Heinrich der AchteHeinrich der Achte
Die echten Tudors
Die Tudors im Film

England 1518: Der junge Henry VIII. wird vom Tod seines Onkels unterrichtet und will Frankreich den Krieg erklären, doch er wird überredet, stattdessen einen Friedensvertrag mit Frankreich zu schließen. Im Camp du Drap d’Or lernt er die junge Anne Boleyn kennen und verliebt sich in sie. Er ist aber seit Anfang seiner Regentschaft mit Katharina von Aragon verheiratet, die sechs mal schwanger war und ihm keinen einzigen lebenden Sohn geboren hat, lediglich eine Tochter, Mary. Henry fürchtet um die Dynastie der Tudors. Er will eine Scheidung, doch es gibt Probleme, das Einverständnis des Papstes zu erlangen.

Das Camp du Drap d’Or. Links ist Heinrich VIII. zu erkennen

Schon 1489 wurde zwischen den Königshäusern Englands und Spaniens ein Heiratsvertrag für Katharina von Aragón und den erst zwei Jahre alten Arthur Tudor, den Sohn Heinrichs VII. von England, geschlossen. Heinrich sah es als wichtigste Aufgabe an, seine Macht als Monarch zu stärken und seine oberste Gewalt zu sichern. Er hatte in der Schlacht von Bosworth Field das Heer des Hauses York unter Richard III. geschlagen und damit die Rosenkriege beendet...

Die Schlacht von Bosworth Field
Die Schlacht von Bosworth Field
Der besiegte König Richard III.
Der besiegte König Richard III.

...Er konnte jedoch seinen Thronanspruch nur sehr vage auf Grund einer illegitimen Nachkommenschaft begründen. Die Heirat seines Sohnes mit der spanischen Prinzessin würde seinen Anspruch weiter verbessern und ein starkes Bündnis zwischen England und Spanien begründen. Im September 1501 verließ Katharina Spanien. In der Saint Paul’s Cathedral heiratete die 15-Jährige den 15 Jahre alten Thronfolger am 14. November 1501. Als Prince of Wales (Fürst von Wales) entsandte man Arthur nach Schloss Ludlow an der walisischen Grenze, um dem Rat von Wales vorzusitzen, wobei Katharina ihn begleitete. Schon kurz nach der Heirat wurden beide schwer krank. Nur Katharina überlebte das Fieber und wurde bereits nach vier Monaten Ehe Witwe.

Heinrich VII. Arthur Prinz von Wales Katharina von Aragòn Anne Boleyn Thomas Cranmer Papst Clement VII.
Heinrich VII.  Arthur   Katharina v. Aragòn    Anneboleyn    Thomas Cranmer   Clement VII.

Katharina war durch den frühen Tod ihres Mannes Arthur ihrem Schwiegervater praktisch ausgeliefert. Auch behandelte Heinrich VII. sie nicht sonderlich gut und erlaubte ihr kein standesgemäßes Leben. Für Heinrich war Katharina nach dem Tod Arthurs eher eine kostspielige Geisel als eine Schwiegertochter oder ein Mitglied der königlichen Familie. Bei Hofe war Katharina nicht erwünscht, daher zog sie sich nach Durham House zurück. Der englische König zahlte ihr so wenig Unterhalt für ihre Haushaltung, dass Katharina gezwungen war, ihre Eltern um Geld zu bitten, damit sie ihre Lebensmittel, Bediensteten, Kleidung und Holz zahlen konnte. So musste Katharina nicht nur jahrelang zwei Kleider benutzen, sondern auch Teile ihres Tafelgeschirrs in Zahlung geben, um Lebensmittel kaufen zu können. Zu ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage und der offenen Ausgrenzung bei Hofe kamen noch die Demütigung durch die Auflösung der Verlobung zwischen ihr und Heinrich und die neuen Heiratsspekulationen des englischen Königs hinzu. Vielleicht gerade wegen ihres Unglücks und der Demütigungen, die Katharina würdig erduldete, war sie beim englischen Volk sehr beliebt und populär.

1. Frau Heinrichs VIII. war Katherine von Aragon. 2. Frau Heinrichs VIII. war Anne Boleyn. 3. Frau Heinrichs VIII. war Elizabeth Seymour und nicht Jane Seymour. 4. Frau Heinrichs VIII. war Anne Kleves. 5. Frau Heinrichs VIII. war Catherine Howard. 6. Frau Heinrichs VIII. war Catherine Parr.

Der Anfang des 16. Jahrhunderts brachte eine umwälzende Veränderung in Heinrichs Leben. 1501 führte er die Braut zum Altar als sein 15-jähriger Bruder die gleichaltrige spanische Prinzessin Katharina von Aragón heiratete, doch nur wenige Monate danach starb Arthur vollkommen überraschend. Der zehnjährige Heinrich war nun plötzlich Thronfolger. Nachdem klar war, dass Katharina von Aragón nicht mit einem möglichen Thronfolger von Arthur schwanger war, wurde Heinrich per Parlamentsakt am 15. Januar 1504 offiziell zum neunten Prince of Wales erhoben, während der Titel Herzog von York aberkannt wurde. Kaum ein Jahr nach Arthurs Tod starb auch Heinrichs Mutter im Kindbett. In einem Brief an Erasmus einige Jahre später bezeichnete er die Nachricht "vom Tod meiner lieben Mutter" als "verhasste Neuigkeit".

Heinrich VIII. heiratet Catherine von Aragón
Heinrich VIII. heiratet Prinzessin Katharina von Aragón,
die Witwe seines Bruders Arthur.

Um das Bündnis mit Spanien zu erhalten, beabsichtigte Heinrich VII. nun Arthurs Witwe mit seinem zweiten Sohn zu verheiraten. Allerdings verbietet das Kirchenrecht einem Mann die Witwe seines Bruders zu heiraten und eine päpstliche Dispens von Julius II. musste daher eingeholt werden um die Ehe trotzdem zu ermöglichen. Die Heirat sollte stattfinden, sobald Heinrich das 14. Lebensjahr erreichte. Bis dahin hatte sich die politische Situation aber so geändert, dass die Ehe nicht zustande kam. Durch den Tod ihrer Mutter, die eigenständige Königin von Kastilien gewesen war, war Katharina keine so gute Partie mehr wie zuvor und zwischen Heinrich VII. und ihrem Vater Ferdinand von Aragón brach ein Streit um die Zahlung ihrer Mitgift aus. Um sich alle Optionen offenzuhalten ließ Heinrich VII. seinen Sohn, der mit 14 nun als rechtsmündig galt, das Eheversprechen leugnen, mit der Begründung es sei ohne sein Einverständnis gemacht worden. Dies fand zwar im Beisein von Zeugen statt, wurde aber nicht öffentlich gemacht, so dass je nach politischer Lage die Ehe doch noch hätte arrangiert werden können oder eben nicht. Bis zum Tod Heinrichs VII. kam es zu keiner Entscheidung mehr und Katharina lebte von 1502 bis 1509 in England zwar als Heinrichs Verlobte aber dennoch im Ungewissen.

Zwei rivalisierende Schwestern: Anne und Mary. Mary war die Mätresse von Heinrich VIII. Anne verweigerte sich ihm jedoch als Mätresse, sie wollte alles, nämlich Königin sein.
Elizabeths Motto: Bis hierher und keinen Schritt weiter, erst wenn ich Königin bin, dann...

Da Katharina von Aragón dem König nicht den gewünschten männlichen Thronfolger schenkte, sondern nur ein Mädchen – Prinzessin Maria –, verlangte Heinrich die Scheidung von Katharina, gestützt auf Recherchen seines Geheimdiplomaten Richard Croke und ein Gutachten von Stephen Gardiner, das die Ehe mit der Witwe seines Bruders als von Anfang an für nichtig erklärte. Papst Clemens VII. war nicht abgeneigt, dem Wunsch Heinrichs zu entsprechen, da dieser schon gegen eine in England gerade erst zart aufkeimende protestantische Bewegung mit großer Härte vorgegangen war. Da der Papst sich jedoch gerade zu dieser Zeit mit Kaiser Karl V., dem Neffen Katharinas, heftig überworfen hatte und von diesem zumindest schwere Sanktionen gegen den Kirchenstaat und das Papsttum befürchtete, entschied er sich in diesem Loyalitätskonflikt gegen die in dieser Zeit übliche päpstliche Ehenichtigkeitserklärung zugunsten Heinrichs.

Obwohl noch verheiratet bietet Heinrich VIII. Elizabeth die Krone an.

Trotz noch bestehender Ehe mit Katharina und ohne päpstliche Erlaubnis heiratete Heinrich Anne am 25. Januar 1533 unter Geheimhaltung. Dies stärkte die Position Annes derart, dass als eines der ersten Resultate Wolsey entmachtet und Thomas Morus als sein Nachfolger als Lordkanzler sowie der Hauskaplan der Boleyns Thomas Cranmer als Erzbischof von Canterbury eingesetzt wurde. Die Eheschließung wurde umgehend am 30. März 1533 vom neuen Erzbischof von Canterbury für gültig erklärt, was zu einer Bannandrohung des Papstes führte und die Trennung der Englischen Kirche von Rom manifestierte. Erst nachträglich am 23. Mai 1533 erfolgte die vom Papst nicht anerkannte Annullierung der Ehe Heinrichs mit Katharina von Aragón durch ein Scheidungsgericht der englischen Kirche.

Ohne päpstliche Erlaubnis heiratete Heinrich VIII. Anne am 25. Januar 1533.

Elizabeth gebar Heinrich am 7. September 1533 eine Tochter. Heinrich nannte sie nach seiner Mutter Elisabeth. Sie wurde später Königin Elisabeth I. von England. Mit dem Ersten Thronfolgegesetz (First Succession Act) wurde im März 1534 vom englischen Parlament Maria I. zu einem illegitimen Kind erklärt, die Nachkommen von Anne und Heinrich wurden an die erste Stelle der Thronfolge gesetzt und damit ihre Ehe anerkannt. Alle Untertanen mussten diese Erklärung offiziell anerkennen, eine Weigerung wurde mit lebenslanger Inhaftierung bestraft. Ferner wurden alle Drucker und Schreiber angewiesen, dass kritische Veröffentlichungen über die Heirat des Königs mit Anne Boleyn oder die Herstellung solcher Schriften als Hochverrat angesehen und mit dem Tode bestraft werden sollten.



Taufe von Prinzessin Elizabeth, der späteren Königin Elizabeth I.
Hinrichtung von Annes Bruder George mit welchem sie ein Verhältnis gehabt haben soll,
um unbedingt einen männlichen Nachkommen zu zeugen, was natürlich nicht stimmte.

Nach der Geburt ihrer Tochter begann Heinrichs Zuneigung zu Anne abzukühlen. In seinen Augen hatte sie versagt. Dennoch hatte er zu der gemeinsamen Tochter Elisabeth ein gutes Verhältnis. Nachdem eine zweite Schwangerschaft Annes mit einer Fehlgeburt endete, wurde sie dem König immer mehr zur Last und seine Neigung ihr gegenüber schwächte sich merklich ab. Über ein Ereignis aus dem Jahr 1534 liegen drei Versionen vor: 1. Anne Boleyn täuschte eine Schwangerschaft vor; 2. Anne Boleyn war so verzweifelt, dass sie sich eine Schwangerschaft einbildete; 3. Anne Boleyn war tatsächlich schwanger und erlitt eine Fehl- oder Totgeburt. Welche Version zutrifft, ist nicht geklärt.

Anne Boley auf dem Weg zur Hinrichtung.

Sicher ist, dass Anne Boleyn 1536 eine Fehlgeburt (einen Sohn) hatte. Danach fiel sie bei Heinrich endgültig in Ungnade. Mit Elizabeth Seymour hatte er bereits die nächste Ehekandidatin ins Auge gefasst. Ironischerweise war Anne Boleyns größter Schutz, dass Katharina von Aragón noch lebte, denn Heinrich befürchtete, wenn er die Ehe mit Anne für ungültig erklären würde, wäre die Ehe mit Katharina automatisch wieder gültig. Nachdem aber Katharina von Aragón im Januar 1536 an Krebs starb, wurde Anne Boleyn Anfang Mai unter dem Vorwand des fünffachen Ehebruchs angeklagt und zusammen mit ihren angeblichen Liebhabern (einer davon war ihr Bruder George) am 19. Mai 1536 auf dem Gelände des Tower of London hingerichtet. Somit war der Weg für eine neue Heirat Heinrichs frei.

Heinrich wirbt um Elizabeth Seymour.Elizabeth Seymour gibt seiner Werbung nach.
Links: Heinrich wirbt um Elizabeth Seymour. Rechts: Elizabeth Seymour gibt seinem Werben nach.
Etwas später: Elizabeth Seymour sitzt Heinrich VIII am Tisch gegenüber und schaut ihn verliebt an.
Elizabeth Seymour, die ihm den Sohn Eduard (* 12. Oktober 1537, † 6. Juli 1553) schenkte, starb kurz nach der Geburt des Kindes am 24. Oktober 1537 vermutlich am Kindbettfieber.
Heinrich hat es geschafft und führt seine dritte Ehefrau Elizabeth Seymour zum Traualtar.

Die dritte Frau in Heinrichs Leben, die bereits vor dem Ende ihrer Vorgängerin an Heinrichs Seite stand, war, wie erwähnt, Elizabeth Seymour. Als im Oktober 1536 die Pilgerreise der Gnade, eine große Rebellion der Katholiken im Norden Englands, ausbrach, kündigte diese Rebellion die größte Krise während Heinrichs Regierungszeit an. Da Heinrich den Aufständischen militärisch unterlegen war, musste er verhandeln. Heinrich schickte seinen Vertrauten Thomas Howard nach Doncaster, wo die Aufständischen zwischen 30.000 und 40.000 Mann versammelt hatten. Er bot einen Generalpardon an und machte weitreichende Zugeständnisse. Unter anderem sollte Elizabeth Seymour in York zur katholischen Königin gekrönt werden.

Nachdem sich der Aufstand aufgelöst hatte, hielt Heinrich seine Versprechen jedoch nicht.
Er ließ die ahnungslosen Anführer verhaften und wegen Hochverrats hinrichten.

Heinrich heiratete erst am 6. Januar 1540 widerstrebend auf Betreiben Cromwells erneut. Diese von Cromwell vermittelte vierte Frau war die Deutsche Anna von Kleve. Da politische Gründe für eine Allianz mit dem Herzogtum Jülich-Kleve-Berg sprachen, entschied sich Heinrich zur Unterzeichnung des Heiratsvertrages mit Anna von Kleve. Bereits bei einem ersten heimlichen Treffen war Heinrich enttäuscht. Anna war streng konservativ erzogen, konnte zwar gut nähen und sticken, beherrschte aber keine Fremdsprachen (und somit auch kein Englisch), war keine gute Unterhalterin und weit weniger hübsch als auf einem Porträt, das er vor Unterzeichnung des Heiratsvertrages von seinem Hofmaler Hans Holbein hatte malen lassen. Ein offizieller Grund für die Verweigerung einer Eheschließung ließ sich aber nicht finden.

Ein offizieller Grund für die Verweigerung einer Eheschließung ließ sich aber nicht finden.
Aber Heinrich war schon bei einem ersten heimlichen Treffen von Annes Aussehen enttäuscht.
Noch während der Ehe begann Heinrich eine leidenschaftliche Affäre mit Annas Hofdame
Catherine Howard. Anne Kleves spürte es schon, wie man am Gesichtsausdruck erkennen kann.

Bereits im Juli 1540 wurde die Ehe wieder annulliert. Der König adoptierte Anna von Kleve als "gute Schwester" und gab ihr mehrere Schlösser, Güter und Grundstücke sowie eine Rente von etwa 3.000 Pfund auf Lebenszeit. Sie wurde des Weiteren zur höchsten Dame des Landes erklärt, hinter der Königin und den Töchtern Heinrichs. Anna von Kleve lebte nach der Scheidung in England und baute einen sehr liebevollen Kontakt zu Heinrichs Kindern auf. Sie bewohnte Hever Castle, den ehemaligen Besitz der Familie Boleyn. Sie überlebte Heinrich um zehn Jahre. Thomas Cromwell jedoch wurde des Hochverrats und der Ketzerei angeklagt, zum Tode verurteilt und am 28. Juli 1540 hingerichtet.

Durch die Ehe mit Anna von Kleve war zwar das Vertrauen des Königs in seinen Ersten Minister erschüttert, jedoch nicht völlig zerstört. Der wahre Grund für den Fall Cromwells war im Glauben zu finden: Cromwell war – wie auch alle anderen Protestanten – der Meinung, allein der Glaube (und nicht die Taten) zähle für Gottes Vergebung.
Heinrichs fünfte Ehe mit der jungen Katherina Howard, einer Cousine Anne Boleyns.
Die Ehe blieb kinderlos. Keine zwei Jahre nach ihrer Hochzeit ließ der König auch Katherina Howard wegen Hochverrats köpfen.

Die folgende Ehe mit der jungen Katherina Howard, einer Cousine Anne Boleyns, wurde noch im Scheidungsmonat und am Tag der Hinrichtung Thomas Cromwells am 28. Juli 1540 geschlossen. Katherina Howard konnte nicht besonders gut mit Heinrich umgehen, zumal Heinrich zu dieser Zeit bereits alles andere als eine angenehme Erscheinung und der Altersunterschied wohl doch zu groß war. Zum Verhängnis wurde ihr eine Liebschaft mit dem Kammerdiener Thomas Culpeper, ihrem Cousin 1. Grades. Sie wurde wegen Ehebruchs angeklagt und am 13. Februar 1542 enthauptet. Heinrichs Zorn richtete sich auch gegen andere Mitglieder des Hauses Howard, und so ließ er Thomas Howard und dessen Sohn, den Dichter Henry Howard, Earl of Surrey, inhaftieren.

Heinrich VIII. lässt seine Gattin Katherina Howard exekutieren.

Seine letzte Frau, die knapp 30-jährige Catherine Parr, die schon zweimal verwitwet war, heiratete er am 12. Juli 1543. Als Heinrich ein Jahr nach ihrer Hochzeit zusammen mit dem deutschen Kaiser Krieg gegen Frankreich führte, setzte er Catherine Parr als Regentin ein und ließ sie die Staatsgeschäfte führen. Sie wurde auch zum Vormund der drei Kinder bestimmt und wachte über deren Erziehung. Während dieser Zeit begann sie Gebete in Englisch zu verfassen und Bücher zu veröffentlichen. Ihr Standpunkt in religiösen Fragen und ihr Widerspruchsgeist weckten das Misstrauen des Lordsiegelbewahrers Bischof Stephen Gardiner, der ein Verfahren gegen sie einleitete und Heinrich davon zu überzeugen suchte, dass ihr als Ketzerin der Prozess gemacht werden müsse. Kurz vor Heinrichs Tod gelang es ihr, den König zu beschwichtigen, der daraufhin von seinem Plan, sie zu inhaftieren, Abstand nahm.

Heinrich's sechste und letzte Ehefrau war Katherina Parr.
Ihr sollte als Ketzerin der Prozess gemacht werden. Aber da hatte sich der Lordsiegelbewahrer Bischof Stephen Gardiner verrechnet.
Ihr sollte als Ketzerin der Prozess gemacht werden. Aber das Kalkül des Lordsiegelbewahrers Bischof Stephen Gardiner ging nicht auf. Heinrich VIII. machte sie zur Mitregentin.

War Heinrich in jungen Jahren als strahlender König auf der politischen Bildfläche erschienen, verschwand er von dieser als kranker, herrschsüchtiger Monarch, der England in diverse, völlig fruchtlose Kriege mit Schottland und Frankreich führte, eine Kirchenspaltung verursacht und die wohlgefüllte Staatskasse geleert hatte. Die Hinrichtungen, die auf seine Erlasse zurückgehen, sollen 70.000 Menschen den Tod gebracht haben. Außer gegen seine Ehefrauen Anne Boleyn und Catherine Howard ergingen in Heinrichs Umfeld auch Todesurteile gegen seine Vertrauten Thomas Wolsey (der allerdings vorher eines natürlichen Todes starb), Thomas Morus, Thomas Cromwell und Thomas Howard. Heinrich starb 1547 vermutlich an Blutvergiftung als Folge einer Infektion seines Beines in London und wurde in Windsor begraben. Bei seinem Tod hinterließ er drei Kinder, die, wie von ihm testamentarisch festgelegt, nacheinander auf den englischen Thron kamen: Eduard VI., Maria I. und Elisabeth I.

    König Eduard VI. von England   Königin Maria I. von England    Königin Elizabeth I. von England.