Der Prophet Mohammed    Der Prophet Mohammed


  Die fünf Pfeiler des Islam  

Die Moschee des Schahs in Isfahan, die schönste im Iran. Moscheen sind, anders als Kirchen, ungeweihte Gebetsstätten.

Mohammed hat weder eine organisierte Priesterschaft eingesetzt noch Sakramente. Er hat aber eine Anzahl unbedingt einzuhaltender Satzungen vorgeschrieben, die als die "Fünf Pfeiler des Islam" bekannt sind. Es sind dies folgende:

Erstens: Verkündung des Einen Gottes. Ihren Ausdruck findet sie in dem Glaubensbekenntnis

la ilaha illa-lIah - muhammad rasulu-lIah

Es gibt keinen anderen Gott außer Gott - Mohammed ist sein Prophet!

Und in der bei weitem längsten aller Suren, der zweiten, die den Titel "Die Kuh" führt, heißt es dazu:

Das sind die Zeichen Allahs. Wir verkünden sie dir in Wahrheit. Gewiß, du bist der Gesandten einer. Jene Gesandten haben Wir erhöht, einige über die andern: darunter sind die, zu denen Allah sprach (das heißt ein neues Gesetz gab); und einige hat Er erhöht um Rangstufen. Und Wir gaben Jesu, dem Sohn der Maria, klare Beweise und stärkten ihn mit dem Geist der Heiligkeit. Und wäre es Allahs Wille, dann hätten die, welche nach ihnen kamen, nicht miteinander gestritten, nachdem ihnen deutliche Zeichen zuteil gewesen; doch sie waren uneins. Es waren solche unter ihnen, die glaubten, und solche, die ungläubig waren. Und wäre es Allahs Wille, sie würden nicht miteinander gestritten haben; doch Allah führt durch, was Er plant... Allah - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem aus Sich selbst Seienden und Allerhaltenden. Schlummer ergreift Ihn nicht ohne Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm fürbitten will, es sei denn mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen; und sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Ihm gefällt. Sein Wissen umfaßt die Himmel und die Erde; und ihre Erhaltung beschwert Ihn nicht; und Er ist der Erhabene, der Große. Es soll kein Zwang sein im Glauben. Gewiß, Recht ist nunmehr deutlich unterscheidbar von Unrecht; wer also sich von den Frevlern nicht leiten läßt und an Allah glaubt, der hat sicherlich eine starke Handhabe ergriffen, die kein Brechen kennt; und Allah ist allhörend, allwissend. Allah ist der Freund der Gläubigen: Er führt sie aus der Finsternis ans Licht. Die aber nicht glauben, deren Freunde sind die Frevler, die sie aus dem Licht in die Finsternis führen; sie sind die Bewohner des Feuers; darin müssen sie bleiben.

Nach dem Koran empfing der Prophet die erste seiner Offenbarungen im Ramadan, im neunten Monat des museimanischen Jahres.

Zum zweiten muß der gläubige Moslem fünfmal täglich ein Gebet mit dem Gesicht nach Mekka sprechen, wo immer er sich befindet, freitags aber in der Moschee. Die dritte der Pflichten verlangt Almosengeben als Opfer für Allah und als Akt der Frömmigkeit, wie es in der zweiten Sure heißt: Die ihr Gut hingeben für Allahs Sache, sie gleichen einem Samenkorn, das sieben Ähren treibt, hundert Körner in jeder Ähre... Die ihr Gut hingeben für Allahs Sache und dann nicht ihrer Gabe Vorwurf folgen lassen oder Ungebühr, sie werden ihren Lohn bei ihrem Herrn finden; und keine Furcht "soll über sie kommen, noch sollen sie trauern.. . Jene, die ihr Gut hingeben im Trachten nach Allahs Wohlgefallen und zur Stärkung ihrer Seelen, sind gleich einem Garten auf erhöhtem Grund. Schwerer Regen fällt darauf, und er bringt seine Frucht zwiefältig hervor...Der vierte der Fünf Pfeiler des Islam ist die Einhaltung des Ramadan-Fastens. Nach dem Koran empfing der Prophet die erste seiner Offenbarungen im Ramadan, im neunten Monat des muselmanischen Jahres. Der "Hadith" - die Tradition - fügt hinzu, daß sich dies in der "Nacht der Macht" (die man auf den 27. Ramadan verlegt) ereignet habe und daß zu dieser Zeit "die Pforten des Paradieses offen, die Tore der Hölle verschlossen und die Teufel in Ketten geschlagen seien". Später erklärte Mohammed den ganzen Ramadan - der nach dem westlichen Kalender jedes Jahr auf eine andere Zeit fällt - zum Fastenmonat. Gegenüber den jüdischen Fasten, die von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang dauern, ordnete Mohammed einen ganzen Fastenmonat an, beschränkte aber die Enthaltsamkeit auf die Stunden der Tageshelle. In der zweiten Sure des Korans heißt es dazu:

O die ihr glaubt! Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr gerecht werden möget. (Das vorgeschriebene Fasten ist für) eine bestimmte Anzahl von Tagen; wer von euch aber krank und auf Reisen ist, der soll an ebenso vielen anderen Tagen fasten; und für jene, die es schwerlich bestehen würden, ist eine Ablösung (vorgesehen): Speisung eines Armen. Und wer mit freiwilligem Gehorsam ein gutes Werk vollbringt, das ist noch besser für ihn. Und Fasten ist gut für euch, wenn ihr es nur begreifen würdet. Der Monat Ramadan ist der, in welchem der Koran herabgesandt ward als eine Weisung für die Menschheit mit deutlichen Beweisen der Leistung und Unterscheidung.

Wer von euch daher in diesem Monat (daheim) anwesend ist, der möge den ganzen (Ramadann hindurch fasten. Wer aber krank oder auf Reisen ist, der (faste) ebenso viele andere Tage. Allah wünscht es euch leicht, nicht schwer zu machen, und daß ihr die Zahl der Tage erfüllen und Allah preisen möchtet dafür, daß Er euch geleitet hat, und daß ihr dankbar sein möchtet. Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen, (sprich): "Ich bin nahe. Ich antworte dem Gebet des Bittenden, wenn er zu Mir betet. Sollten sie auf Mich hören und an Mich glauben, auf daß sie den rechten Weg wandeln mögen."

Erlaubt ist euch, in der Nacht des Fastens zu euren Frauen einzugehen. Sie sind euch ein Gewand, und ihr seid ihnen ein Gewand. Allah weiß, daß ihr gegen euch selbst unrecht gehandelt habt, darum hat Er sich gnädig zu euch gekehrt und euch Erleichterung vergönnt. So möget ihr nunmehr zu ihnen eingehn und trachten nach dem, was Allah euch bestimmte; und esset und trinket, bis der weiße Faden vom schwarzen Faden in der Morgenröte zu unterscheiden ist. Dann vollendet das Fasten bis zum Einbruch der Nacht; und gehet nicht ein zu ihnen, solange ihr in den Moscheen zur Andacht verweilt (während der letzten zehn Tage des Ramadans). Das sind die Schranken, die Allah gesetzt hat, so nähert euch ihnen nicht. Also macht Allah Seine Gebote den Menschen deutlich, auf daß sie sicher werden gegen das Böse...

Für viele Moslems ist das Ramadan-Fasten die religiöse Verpflichtung, die sie am gewissenhaftesten erfüllen. Mit Ausnahme der Kranken und Alten, der kleinen Kinder und der schwangeren Frauen müssen alle Gläubigen von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang völlig enthaltsam sein.

Für viele Moslems ist das Ramadan-Fasten die religiöse Verpflichtung, die sie am gewissenhaftesten erfüllen. Mit Ausnahme der Kranken und Alten, der kleinen Kinder und der schwangeren Frauen müssen alle Gläubigen von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang völlig enthaltsam sein; Essen, Trinken, Rauchen und geschlechtlicher Verkehr sind untersagt. Eine einzige Lüge, ein einziger begehrlicher Blick kann das Fasten eines ganzen Tages hinfällig werden lassen. Wenn der Ramadan vorbei ist, fängt das Kleine Bairam an, arabisch Id al fitr, "Fest des Fastenbrechens", das eine gewisse Ähnlichkeit mit dem christlichen Weihnachtsfest aufweist. Es ist nicht nur eine Zeit der Dankgebete, sondern auch Anlaß, sich zu beschenken und seinen guten Willen zu bekunden.

Der fünfte "Pfeilen" schließlich ist der "Haddsch", die Wallfahrt nach Mekka. Außer diesen Hauptregeln für das religiöse Verhalten enthält der Koran auch eine Vielzahl moralischer und rechtlicher Anweisungen. Er untersagt dem Gläubigen den Genuß von Schweinefleisch, den Wucher und Glücksspiele jeder Art; er regelt Eheschließung und Scheidung und setzt Strafen für Verbrecher fest; er verbietet es, Bildwerke zu machen - dieses Verbot erhellt, weshalb es in der gesamten islamischen Welt kein Bild und keine Statue des Propheten gibt. Von der Geburt bis zum Tode ist so das Leben des gläubigen Moslem festgelegt durch Koran und Hadith. Aus der Umwelt, in der Mohammed groß geworden war, hat der Islam wie viele andere Sitten, so auch die der Beschneidung übernommen. Seit Urzeiten hatten Ägypter, Phöniker, Äthiopier, Araber und viele Naturvölker sie praktiziert möglicherweise, weil sie darin ein Opfer an den Gott der Fruchtbarkeit sahen. Die Juden führen die Sitte auf den an Abraham ergangenen göttlichen Befehl (1. Mos. 17,9 bis 14) zurück, und im mosaischen Gesetz (3. Mos. 12,3) ist sie verankert. Der Koran erwähnt die Sitte nicht, vielleicht, weil ausdrückliche Erwähnung überflüssig erschien, die Araber leiten den Ursprung von Ismael her, Abrahams Sohn von Hagar. Die Beschneidung ist allgemein bei den Moslems üblich, doch halten nicht alle sie für unerläßlich.


Der fünfte Pfeiler schließlich ist der Haddsch, die Wallfahrt nach Mekka.

Auch die Totenfeierlichkeiten verlaufen, wenn zwar im einzelnen verschieden, so doch im wesentlichen überall in der gleichen Weise. Der Tote wird gewaschen; dann legt man ihm die Hände wie zum Beten, und schließlich wird der Leichnam in das Bahrtuch gehüllt. Bevor der Kopf bedeckt wird, nehmen die Angehörigen Abschied von dem Toten. Nach dem Gebet am Grabe wird häufig dem Toten eine Art Katechismus zugeflüstert: "Wer ist Gott? Allah. Welches ist deine Religion? Der Islam. Wer ist der Prophet? Mohammed." Damit soll der Verstorbene auf das Verhör durch die Engel Munkar und Nakir (entsprechend der christlichen Religion die beiden Erzengel Michael und Gabriel) vorbereitet werden. Würde er falsch antworten, könnte er womöglich bis zum Jüngsten Gericht leiden müssen, statt im Paradies alle von Mohammed verheißenen Wonnen zu genießen. Der Leichnam wird häufig ohne Sarg beerdigt, damit er sich aufrichten kann, wenn er den Engeln gegenübersitzt. Das Begräbnis soll den Toten auf diese Begegnung vorbereiten. Wie alle großen Religionen, so ist auch der Islam in viele Richtungen aufgespalten. Den überwältigenden Hauptanteil der Moslems machen die orthodoxen Sunniten aus; sie stimmen mit der weitaus größten Sekte, den Schiiten, zwar in allen wesentlichen Glaubensfragen überein, weichen von ihnen aber in der Frage der Nachfolge des Propheten also der Erneuerung des Kalifats - grundsätzlich ab. Die Sunniten haben immer auf dem Standpunkt gestanden, daß der Kalif wählbar sei, wenn die Wählbarkeit auch auf Angehörige des Stammes der Koreischiten beschränkt bleiben müsse. Im Gegensatz dazu halten die Schiiten das Kalifat für eine göttliche Institution, die nur den Nachkommen Mohammeds, beziehungsweise seines Vetters Ali (der mit Mohammeds Tochter Fatima verheiratet war) offenstehe. Alis und Fatimas Sohn Hussein starb im Kampf um sein Nachfolgerecht als "Imam" - als "Führer der Gemeinde..." - im Jahre 680 auf dem Schlachtfeld bei Kerbela im Irak. Die Schiiten sehen hierin ein Blutopfer für die Sünden der Mensscheit - eine für den Islam völlig neue Idee.

  Der Muezzin ruft  

In der Mitte: Das Mausoleum des Propheten Mohammed in Medina. Oben rechts: Mausoleum von Ali in Najaf. Unten rechts: Grab von Hasan im Baqi ' Kirchhof in Medina. Links: Mausoleum von Fatima (sie wurde nach der Tradition begraben in einem nicht markierten Grab im Baqi ' Kirchhof in Medina). Unten links: Das Mausoleum von Husain in Karbala.

Ob Sunniten, ob Schiiten - für jeden Rechtgläubigen gilt das Gebot, daß er wenigstens einmal in seinem Leben einen "Haddsch" machen sollte, eine Wallfahrt nach Mekka, und dieser "Fünfte Pfeiler des Islam" hat sich mehr als jede andere Vorschrift als das große Bindeglied zwischen den Moslems auf der ganzen Welt erwiesen. Kein Nichtmoslem darf die Wallfahrt mitmachen oder Mekka betreten. Die Pilger aus allen Ländern nähern sich der heiligen Stadt als Mitglieder einer einzigen großen Familie. Sie tragen während des Haddsch dieselben saumlosen weißen Gewänder, üben geschlechtliche Enthaltsamkeit, lassen sich weder rasieren noch die Haare schneiden und fügen keinem Lebewesen und keiner Pflanze ein Leid zu. In der großen Bruderschaft einer Pilgerfahrt lösen sich alle Rassen- und Klassenunterschiede auf.

Der Berg der Gnade

Es genügt nicht, nur Mekka zu besuchen, es sind auch drei Hauptriten vorgeschrieben: Gleich nach der Ankunft läuft der Pilger siebenmal um die Kaaba herum, dreimal schnell und viermal langsam, wobei er jedes Mal, wenn er an dem schwarzen Meteorstein vorbeikommt, haltmacht, um ihn zu küssen oder - bei zu großem Gedränge - wenigstens mit einer Hand oder einem Stock zu berühren. Der zweite vorgeschriebene Ritus ist die sogenannte "Kleine Pilgerschaft", bei der die Pilger in Erinnerung an Hagars verzweifeltes Suchen nach Wasser für ihren Sohn Ismael siebenmal das Tal zwischen den Hügeln Sofa und Marwa durchmessen. Die "Große Pilgerfahrt" schließlich führt zum Berg der Gnade in der Ebene von Arafat, wo die Pilger von Mittag bis zum Sonnenuntergang "vor dem Antlitz Gottes stehen". In dieser Zeremonie gipfelt die Wallfahrt. Wer sie verfehlt, hat den ganzen Haddsch verfehlt. Es folgt dann ein jubelnder Abzug aus der Ebene von Arafat, eine Nacht unter freiem Himmel, ein Tieropfer und ein drei Tage währendes Festmahl. Mit einem Schlußumgang um die Kaaba hat der Wallfahrer seine Pflicht erfüllt, und glücklich kehrt er mit dem Ehrentitel "Hadschi" in seine Heimat zurück. Für ihn hält die Erde keine größere Freude mehr bereit.

Heerscharen von Pilgern in der Arafat-Ebene.

  Die Ausbreitung des Islam  

Ein Jahr nach Mohammeds Tod brachen die Reiterscharen des Islam über die Grenzen Arabiens in die völlig überraschten Nachbarländer ein, die bisher kaum etwas von der Existenz des neuen Glaubens gewußt hatten.

Ein Jahr nach Mohammeds Tod brachen die Reiterscharen des Islam über die Grenzen Arabiens in die völlig überraschten Nachbarländer ein, die bisher kaum etwas von der Existenz des neuen Glaubens gewußt hatten. Unter der fähigen Führung der ersten drei Kalifen, Abu Bekr, Omar und Osman, brauchten sie weniger als zwei Jahrzehnte, um die reichsten Fürstentümer des Nahen Ostens zu erobern. Syrien fiel im Jahre 635, der Irak 637, Palästina 640, Ägypten 642 und das große persische Kaiserreich im Jahre 650. Dieses aber waren die Gebote des "Heiligen Krieges", die Mohammed in der zweiten Sure seinen Anhängern gegeben hatte: Zu kämpfen ist euch anbefohlen, mag es euch auch mißfallen, aber es ist wohl möglich, daß euch ein Ding unlieb ist, das gut für euch ist, und ein Ding lieb, das euch schädlich ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht. Sie fragen dich, ob (man) im Heiligen Monat kämpfen (soll). Sprich: "Kämpfen in diesem (Monat) ist (ein) schweres (Vergehen), allein (Menschen) von Allahs Weg abbringen und Ihn und die Heilige Moschee nicht anerkennen und das Volk daraus vertreiben, ist eine schwere (Sünde) vor Allah; und Verfolgung ist schlimmer als Totschlag." Und sie werden nicht eher aufhören, euch zu bekämpfen, als bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig gemacht haben, wenn sie es vermögen."

Kalif Abu Bekr

Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht die Maßlosen. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht (in und) nahe der Heiligen Moschee, es sei denn, daß sie euch darin angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen. Wenn sie jedoch ablassen, dann, wahrlich, ist Allah der Allvergebende, der Barmherzige. Und bekämpfet sie, bis die Verfolgung aufgehört hat und der Glauben an Allah frei ist. Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), daß keine Feindschaft erlaubt ist, außer wider die Ungerechten. (Entweihung eines) Heiligen Monats (soll) im Heiligen Monat (vergolten werden); und für (alle) heiligen Dinge besteht das Gesetz der Vergeltung. Wer sich also gegen euch vergeht, den straft für sein Vergehen in dem Maße, in dem er sich gegen euch vergangen hat. Und fürchtet Allah und wisset, daß Allah mit denen ist, die Ihn fürchten. Die siegreichen islamischen Heere drangen so stürmisch vor, daß sie zunächst gar keine Zeit hatten, die eroberten Gebiete zu bekehren oder auch nur zu regieren. Sie begnügten sich damit, die Unterworfenen tributpflichtig zu machen. Zahlten sie, so ließ man sie in ihren inneren Angelegenheiten unbehelligt. Aber in immer größerer Zahl nahmen die neuen Untertanen den Glauben an, der ihnen aus den Tiefen der Wüste gebracht worden war.

  Die siegreichen Heere  

Der Siegeslauf führte die Araber ostwärts bis nach Indien und westwärts bis an die Ufer des Atlantiks. Sie drangen über die Straße von Gibraltar nach Spanien und Portugal und über die Pyrenäen bis in das Herz Frankreichs vor. Hier bot der Frankenkönig Karl Martell ihrem Vormarsch in einem der entscheidenden Treffen der Weltgeschichte der berühmten Schlacht von Tours und Poitiers - anno 732 Einhalt. Aber die Bedrohung des Abendlandes war damit noch lange nicht beseitigt, der Balkan fiel ganz in die Hand des Islam, und seit 1453 war Konstantinopel, die Hauptstadt Ostroms, mohammedanisch; erst in der Seeschlacht von Lepanto 1571 und vor den Mauern der Stadt Wien im Jahre 1683 wurde die "Türkengefahr" endgültig gebannt.

Der Siegeslauf führte die Araber ostwärts bis nach Indien und westwärts bis an die Ufer des Atlantiks. Sie drangen über die Straße von Gibraltar nach Spanien und Portugal und über die Pyrenäen bis in das Herz Frankreichs vor.

Trotz seiner großen Erfolge wurde der Islam von Anfang an von innerer Zwietracht heimgesucht. Die ersten Differenzen hatten sich über der Frage nach Mohammeds Nachfolger ergeben, und diese Streitigkeiten führten zu Spaltungen, die noch heute anhalten. Im Laufe der Zeit führten dann auch dogmatische Meinungsverschiedenheiten zur Bildung schismatischer Sekten und Splittergruppen. Dennoch breitete sich der Islam immer noch weiter aus, auch als er die Pyrenäenhalbinsel und den Balkan wieder verloren hatte. Kaufleute und wandernde Sufis (Mystiker) brachten ihn in viele Teile Asiens, bis nach Indonesien und nach Ost- und Westafrika. Die große Mehrheit der Moslems sind rechtgläubige Sunniten, und nach außen hin ist der Islam völlig geschlossen. Heute wie in den vergangenen Jahrhunderten steht er wie ein Monolith über den mittleren Breiten dreier Kontinente. Und obgleich das große mohammedanische Imperium vom Chirurgenmesser des modernen Nationalismus in viele Teile zerlegt und dabei auch wirtschaftlich geschwächt worden ist, werden die Länder des Islam nach wie vor durch die bindende Kraft des Glaubens zusammengehalten. Von Marokko bis zur Straße von Malakka bekennen die Moslems denselben Glauben, sagen dieselben Gebete und wenden ihre Augen zu derselben heiligen Stadt. Diese Dinge sind es, die den Islam für seine über eine Milliarde Gläubigen zum Reich Gottes auf Erden machen.

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