



Napier ist ein nettes Städtchen an einem langen schwarzen Strand. Es wurde 1931 durch ein Erd- beben total zerstört und man hat es im Art Deco-Stil wieder aufgebaut. Die Gegend um Napier und die Hawke's Bay ist vor allem deshalb berühmt, weil hier hervorragende Weine angebaut werden. Man kann alle möglichen Führungen buchen, wie Weinproben, Weintouren inkl. Dinner, Wein-Kaffee-Kasetour, Weinkurse, etc. Ausserdem gibt es hier vermutlich mehr Golfplätze als an irgendeinem anderen Ort der Welt. Allerdings für uns uninteressant, denn wir waren und sind keine Golf-Freaks. Napier bietet aber rundum das perfektes Ambiente fuer alle golfende und nichtgol- fende Weintrinker.
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Jetzt aber zum Stadtbummel durch Napier, nachdem wir uns umgekleidet hatten.


Natürlich hatten wir uns zwischendurch öfter mal umgekleidet - Frauen sind da ja sehr eitel. Aber bei ihr war es weniger die Eitelkeit als vielmehr dass sie immer frische Kleidung tragen wollte. Nun ja, wer es sich leisten kann. Diese meine virtuelle Frau stammte schließlich aus einer sehr reichen Familie die die Erbin eines großen finnischen Unternehmens war, wie bereits schon auf anderen Seiten gelesen.
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Von innovativen Architekten auf dem Reißbrett entworfen und im Art Deco und Spanish Mission Style erdbebensicher erbaut, besticht Napier heute als einzigartiges kunstgeschichtliches Stadten- semble. Ecke Marine Parade und Herschell Street ist Hawke’s Bay Art Gallery and Museum mit einer vielbeachteten Ausstellung zur Kultur des Maoristammes der Ngati Kahungunu und einer Fotodokumentation über das Erdbeben ein guter Ausgangspunkt für einen Art Deco Walk. Das überschaubare Stadtzentrum erstreckt sich zwischen Browning und Emerson Street (in der wir uns gerade befanden). Keinesfalls versäumen sollte man bei einem Bummel den Blick auf die elegante Fassade von The Daily Telegraph in der Tennyson Street, das türmchengekrönte A & B Building und die vornehme Dekoration der ASB Bank in der Emerson Street sowie den mit Maorimotiven bereicherten Bauschmuck des Minestry of Transport Ecke Tennyson Street und Cathedral Lane. Louis Hay, der einheimische Architekt vieler Gebäude von Napier, entwarf auch das als Juwel des Art Deco geltende Rothmans Building im Stadtteil Ahuriri. (Um all die Bilder zu zeigen die wir in den verschiedensten Mussen geschossen haben würde der Platz hier nicht ausreichen und mehrere Seiten füllen. Aber auch mein Webspace ist begrenzt, so dass ich um Verständnis bitte, dass eben nicht alles gezeigt werden kann, was aufgenommen wurde).
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Aber wer in historischen Neuseeland-Büchern blättert, der findet Anfang des vorigen Jahrhunderts meist Fotos von harten Männern beim Schlagen von gigantischen Kauri-Bäumen oder frustrierten Leuten im Sonntagsstaat, bis zu den Knien im Schlamm hinter ihrem steckengebliebenen Automo- bil. Diese Bilder treffen auf Napier nicht zu. In Napier herrschte zu dieser Zeit Lebensfreude, tanz- ten die Menschen in den Strassen, wurden Cocktail-Partys gefeiert. Der Grund: Hawke´s Bay erholte sich Anfang der Dreissiger Jahre von einer der schlimmsten Naturkatastrophen.
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Am 3. Februar 1931, kurz vor 11 Uhr vormittags traf die Region ein verheerendes Erdbeben mit der Stärke 7.9 Richterskala. In zweieinhalb Minuten zerstörten die Erdstösse Napier und alle an- deren Städte in Hawke´s Bay. Was übrigblieb, verbrannte in darauffolgenden Grossfeuern. 258 Menschen verloren ihr Leben, Tausende wurden verletzt.
Das Beben hob die gesamte Bucht mehrere Meter an. Napier konnte wieder expandieren. Und die folgenden Aufbaujahre orientierten sich am modernen Stil der Zeit - Art Deco. So ist Napier heute zu einem regelrechten Art Deco-Zentrum geworden mit Gebäuden, Parks und Vegetation. Ganze Strassenzüge und Alleen wurden exotisch bepflanzt. Jetzt mehr als 70jährig, geben riesige Palmen Napier kalifornisches Flair.
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Auch heute noch werden Cocktail-Partys gefeiert, und zwar gleich ganze Wochenenden lang. Beim "Art Deco-Weekend" läßt Napier die Dreissiger Jahre noch einmal aufleben: Mode von Annoda- zumal, chromblitzende Schnauferl, Gin & Tonic, Musik und Tanz in allen Strassen. Unserer Ansicht nach und die vieler Touristen ist das wirklich eine der grössten Errungenschaften Napier's: Die Identifizierung mit der eigenen kulturellen Vergangenheit. Der Art Deco Trust veranstaltet für Interessenten geführte Spaziergänge zu den architektonisch reizvollsten Gebäuden der Stadt, die wir allerdings auf eigene Faust erkunden und sehen wollten.
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Die Gegend der heutigen Hauptstadt der Provinz Hawkes Bay wurde im Oktober 1769 von James Cook zum erstenmal gesichtet. Ab 1830 zog es europäische Händler, Walfänger und Missionare hierhin, und zwischen 1846 und 1854 wurden der erste Kaufladen, die Missionsstation und die alte Kirche gegründet, bevor die Stadt ihren heutigen Namen nach Sir Charles Napier, einem engli- schen Kämpfer in Indien, erhielt. Am Dienstag, dem 3. Februar 1931, erschüttete wie schon er- wähnt, um 10:46 Uhr ein Erdbeben Napier und andere Orte an der Hawkes Bay. Das Beben mit der Stärke 7,9 auf der Richterskala verwüstete in 2 ½ Minuten das Geschäftszentrum und die nachfolgende Feuersbrunst vergrößerte noch das Chaos. Durch das Beben wurde außerdem der nördlich gelegene Meeresgrund um 2 m über den Wasserspiegel angehoben, so dass Napier nun keine Halbinsel mehr war. Der Wiederaufbau ist ein eindrucksvolles Beispiel neuseeländischer Tatkraft. Viele Gebäude wurden im Art-Deco-Stil originalgetreu neu errichtet und das Stadtbild durch Parks und großzügige Boulevards mondän gestaltet.
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Ab 1852 war Napier auch verwaltungstechnisch gesehen das Zentrum der Region, da es Haupt- stadt der Provinz Hawke’s Bay war, bis diese Art die Provinzen im Jahr 1876 abgeschafft wurden. Die Entwicklung der Stadt war größtenteils beschränkt auf die Gegenden um den Hafen und die Bebauung von der Insel Scinde Island, die heute den Bluff Hill bildet. Zu diesem Zeitpunkt verteilte sich Napier noch auf einige Inseln und zwischen - zur heutigen Zeit - wichtigen Verbindungen be- fanden sich ausgedehnte Sumpfgebiete.
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Napier wird aufgrund seiner einzigartigen Architektur und seinem angenehmen Klima von immer mehr Touristen besucht. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind sehr vielseitig: Direkt am Meer verläuft die Marine Parade, eine schöne Uferpromenade. Hier finden sich mehrere Attraktionen für Besucher. Vor allem gepflegte Gartenanlagen, wie die "Sunken Gardens" oder auch der Kleingolf- platz sowie eine Rollschuhbahn bieten Abwechslung.
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Dressierte Delphine, Robben und Seeotter kann man sich im "Marineland of New Zealand" an - schauen. In mehreren Museen wird die Geschichte Napiers und Umgebung aufgearbeitet. Ein beliebtes Fotomotiv ist die Statue der Pania (engl. Pania of the Reef), der in der polynesischen Mythologie eine große Rolle zugemessen wird. Für die Stadt Napier hat die Statue in etwa die gleiche Bedeutung wie die Kleine Meerjungfrau für Kopenhagen.
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Es ist immer wieder erstaunlich, wie divers Neuseeland auf doch relativ kleinem Raum ist, wie un- terschiedlich die Menschen und das Klima in den einzelnen Regionen geprägt sind. Hawke´s Bay im Osten der Nordinsel ist so ein Ort, der offenbar alles hat: eine bewegte Geschichte, mediter- ranes Klima und offene, lebensfreudige Menschen. Dazu eine florierende Wirtschaft mit höheren Individual-Einkommen als anderswo, eine moderne Infrastruktur, ein aktives Kulturleben und das Ganze im Küstenbereich zwischen Meer und Bergen. Früher wegen der vielen Apfelplantagen oft als "Obstgarten" Neuseelands bezeichnet, ist Hawke´s Bay heute aber vor allem für seine Weine bekannt. Mit die weltbesten Tropfen kommen aus den mehr als 50 Winzereien der Region. Erst- klassige Chardonnay´s, Sauvignon Blanc´s, Cabernets und Merlots erhalten bei den internationalen Qualitäts-Prüfungen alljährlich Edelmetall. Für den Besucher ist eine Rundfahrt auf dem "Wine Trail" ein Muß, entweder geführt oder individuell. Auch Fahrrad-Trips rund um die Winzereien sind möglich. Überall gibt es Verköstigungen und Restaurants drinnen wie draussen. Eine der ältesten Winzereien, Church Road, hat in ehemaligen, mannshohen Rotweintanks ein Weinmuseum einge- richtet. Beim Rundgang glitzert der Weinstein noch an den Wänden.
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