Willkommen in Ägyptens Haupstadt Kairo
Kairo Teilansicht Nachts
Blick über Kairo
Kairos Ursprünge liegen in mehreren Siedlungen. Im heutigen Stadtgebiet lag der Ort Cheri-aha, wo nach der ägyptischen My-
thologie die Götter Horus und Seth einander bekämpften. Die alt-
ägyptische Siedlung am Ostufer des Nils - man nannte den Ort "Babylon in Ägypten" - wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. unter den Römern zur Zeit Trajans gegründet und später zur Festung ausgebaut. Der Name Babylon entstand aus einer Fehllesung der altägyptischen Ortsbezeichnung „Haus des Nils von Heliopolis“. In Babylon wurden Atum und die Neunheit verehrt. Ende des 4. Jahrhunderts begannen dort die ersten Kopten, Kirchen und Schutzmauern zu errichten und sich anzusiedeln.
Teilansicht der ZitadelleBlick auf die Festung von König Saladin
Am 9. April 641 eroberten die Araber die römische Festung. Sie fanden bei ihrer Ankunft eine riesige Burganlage mit 42 Kirchen, großen Türmen und Bastionen vor. Nördlich davon gründete Amr ibn al-As im Jahre 643 das Lager Fustat, das sich allmählich zu einer Stadt entwickelte. Beide Siedlungen wuchsen an der Stelle der heutigen Altstadt von Kairo zusammen. Während von der frühislamischen Stadt Fustat außer einer Moschee nichts übrig geblieben ist, ist das koptische Viertel bis heute erhalten.
Das Erste KairoDie Ruinen von Fustat, dem ersten Kairo
So sah Kairo ursprünglich aus. Von Fustat ist nur noch die Moschee übriggeblieben
Das neuzeitliche Kairo
Das neuzeitliche Kairo aus anderer Perspektive
Bis Ende des 9. Jahrhunderts war der Ort ein Karawanenlager und -stützpunkt und hatte keine große Bedeutung für die islami-
schen Herrscher in Damaskus (bis 750) und Bagdad (ab 750). Einen ersten kleinen Aufschwung erlebte die Stadt unter den Tuluniden, die Fustat als ihren Hauptstützpunkt ansahen und in direkter Nachbarschaft die Siedlung al-Qata'i gründeten. Zwei Bauwerke sind aus dieser Zeit noch erhalten: Die Tulun-Moschee sowie der Nilometer.
Auch in einem Nobelviertel wird umgezogen - aber dass man die Möbel auf den Zebrastreifen stellt ist mir neu. Das gibt es wahrscheinlich nur in KairoUnd hier der Kontrast: Zwar keine Möbel auf der Strasse aber dafür viel Schrott
Wir machten uns schleunigst ab in ein besseres ViertelStadtmitte von Kairo
Da mussten wir rüber, wir wollten zur Moschee
Nachdem diese Stadt durch Brände teilweise zerstört worden war, errichteten die Abbasiden eine weitere Siedlung am Nil. Als die Fatimiden unter Dschawar im Jahre 969 Ägypten eroberten, rich-
teten sie in der Stadt ihr Hauptquartier ein. Dschawar, ein ehema-
liger sizilianischer Sklave, der zum Islam übergetreten war, grün-
dete an dieser Stelle im gleichen Jahr eine neue Residenzstadt. Der fatimidische Kalif Abu Tamin al-Muizz ließ sie zunächst al-Mansuriyya ("die Siegreiche") nennen, benannte sie jedoch vier Jahre später bei einem Besuch der Stadt in al-Qahira ("die Starken") um. Das ist der bis heute gültige Name für die Stadt.
 Meine Frau lief schon drei Schritte vor mirWie unschwer zu erkennen handelt es sich hier um eine christliche Kirche
König Saladin
Kairo wird Hauptstadt der Fatimiden Die neue Stadt wurde 973 Hauptstadt des fatimidischen Reiches, das sich von Marokko bis in den Nahen Osten erstreckte. Frühere Gebiete, darunter auch Fustat, wurden zu Vororten herabgestuft. Viele der prachtvollen Bauten, die bis heute im musli-
mischen Kairo zu sehen sind, stammen aus dieser Zeit. Mit dem Bau der Azhar-Moschee im Jahre 970, in dem sich seit 988 die sunnitische Lehr-
anstalt und heutige Al-Azhar-Universität befindet, rückte Kairo schnell ins Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit.
Gemälde aus König Saladins ZeitenSo schien es unter König Saladins Zeiten zugegangen sein
Die Mohammed Ali Zitadelle
Der arabische Geograph al-Muqaddasi (946-1000) beschreibt im "Bericht über die Dinge, die ich mit eigenen Augen gesehen habe" die Stadt Kairo (Fustat) im Jahre 988: "Al-Fustat ist eine Metropole in jeder Hinsicht (...). Sie liegt auf der Trennlinie zwischen dem Maghreb und den Wohnsitzen der Araber, ihr Gelände dehnt sich weit, sie hat viele Bewohner, ihr Gebiet ist blühend, ihr Name berühmt, ihr Ansehen gewaltig. Sie ist die Metropole Ägyptens, stellt Bagdad in den Schatten, ist der Stolz des Islams, der Handelsplatz der Menschen und prächtiger als die Stadt des Friedens.“ (Anmerkung: gemeint ist Jerusalem) „Sie ist die Schatzkammer des Maghreb und das Lagerhaus des Ostens und zur Festzeit glänzend. Es gibt keine Metropole, die volkreicher ist; in ihr leben viele große und angesehene Männer. Sie hat staunenswerte Waren und Spezialitäten, schöne Märkte und Läden, ganz zu schweigen von den Bädern. (...) in ihr gibt es feine Speisen, reine Zutaten und wohlfeile Süßigkeiten, viele Bananen und frische Datteln, reichlich Gemüse und Brennholz, leichtes Wasser und gesunde Luft."
Die Sultan Hassan Moschee im InnernNoch im Innern der Sultan Hassan Moschee. Und oh Wunder: Endlich mal eine Mosche in die auch mal meine Frau mit rein durfte
Noch eine letzte Aufnahme von der Zitadelle.
Als etwa 200 Jahre später die Ayyubiden Ägypten wieder an Bagdad angliederten, blieb Kairo das religiöse Zentrum der islamischen Welt. Für Saladin (1137-1193), der mit der ayyubidischen Eroberung Kairos die Führung der arabischen Welt übernommen hatte, war oberste Priorität, die schiitischen Einflüsse der Fatimiden auszumerzen. Er ließ neue Moscheen errichten und schuf die Grundmauern der späteren Zitadelle. Den Ayyubiden folgten 1250 die Mamluken, die Kairo wieder zur Hauptstadt machten. Sie ließen viele Paläste, Moscheen und Karawansereien errichten, um ihre Macht zu demonstrieren. Kairo wurde zum bedeutendsten Wirtschafts- und Kulturzentrum der islamischen Welt. In der jüngsten Vergangenheit verübten islamische Fundamentalisten in Kairo wiederholt Anschläge auf inländische und ausländische Besucher, bei denen Menschen getötet wurden. Ziel dieser extremistischen Gruppen ist es, Touristen von Reisen nach Ägypten abzuhalten, um die innenpolitische Stabilität des von Devisen abhängigen Landes zu brechen.
Am übernächsten Tag wollten wir einen Ausflug nach Alexandria machen, bevor wir zu den Pyramiden in Gizeh aufbrachen.
Nach Alexandria