Commodus reitet wie ein Triumphator in Rom ein, aber dazu beigetragen hat er wenig.

Sein vollständiger Name wechselte mehrmals; geboren wurde er als Lucius Aurelius Commodus, bei seinem Herrschaftsantritt im März 180 nahm er den Namen Antoninus, im Oktober desselben Jahres auch das Pränomen seines Vaters Mark Aurel an. Er hieß nun Marcus Aurelius Commodus Antoninus. Im Laufe seiner Herrschaft nahm er eine Reihe von Sieges- und Beinamen an. Schon 172 erhielt er den Siegesnamen Germanicus, 175 nahm er gemeinsam mit seinem Vater den Siegestitel Sarmaticus an, 182 Germanicus Maximus und schließlich 184 Britannicus. 183 erscheint in der Titulatur erstmals der Beiname Pius und 185 Felix. 191 legte er die Namensbestandteile seines Vaters wieder ab, übernahm dafür aber den Gentilnamen Hadrians. Nun lautete sein Name Imperator Caesar Lucius Aelius Aurelius Commodus Augustus Pius Felix.

Pompöser Einmarsch von Commodus in Rom. Was der neue Kaiser bringt ist nur Unglück.

Die Regierung des Kaisers Commodus wurde gegen Ende immer stärker von Misstrauen und Justizmorden geprägt, insbesondere nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf ihn. Fest steht, dass der Kaiser sich früh mit dem Senat überwarf, sich allein auf das Heer und die plebs urbana stützte und damit das System des Prinzipats in Frage stellte, das auf der Fiktion beruhte, der Senat sei nach wie vor der Herr im Reich. Das brachte dem Kaiser den Hass vieler Aristokraten ein; er vernachlässigte laut den – ihm feindlich gesinnten – Quellen die Staatsgeschäfte, übertrug sie Männern, die keine Senatoren waren, sondern Ritter und Freigelassene, und gefiel sich insbesondere in der Rolle des Herkules, der sich in der Arena dem Volk zeigte. So wurde er zum Gegenstand des Spotts der Senatoren, die ihm aber dennoch öffentlich zujubeln mussten.

Dass Commodus hingegen, wie Herodian und die Historia Augusta behaupten und oft von modernen Autoren übernommen wurde, selbst öffentlich als Gladiator aufgetreten sei, ist falsch: Die beste Quelle, der Zeit- und Augenzeuge Cassius Dio, berichtet ausdrücklich (Cass. Dio 73,17,2), der Kaiser sei zwar als Wagenlenker aufgetreten und habe auch an Tierhetzen teilgenommen; Commodus habe aber nur privat und ohne Publikum als Gladiator gekämpft und sei so niemals in die Öffentlichkeit getreten: "Gerne kämpfte er als Gladiator, und zwar zu Hause bei sich und in einer Art und Weise, dass er ab und zu einen Gegner tötete [...]. In der Öffentlichkeit hingegen verzichtete Commodus auf Eisen und Menschenblut." Allenfalls mit einem Holzschwert bewaffnet kämpfte der Kaiser im Circus.

Rückblende

Lucilla wurde am 7. März 148 oder 149 als Tochter des Kaisers Mark Aurel und seiner Frau Faustina geboren. Sie war die ältere Schwester des späteren Kaisers Commodus. 161 wurde die elfjährige Lucilla mit Kaiser Lucius Verus verlobt. Dies hinderte Verus aber nicht daran, eine Beziehung mit der schönen Pantheia aus Smyrna zu beginnen, die viele Jahre bestehen sollte. Die Hochzeit zwischen Mitkaiser und Kaisertochter fand aber dennoch etwa 164 statt. Dabei erhielt Lucilla wie ihre Mutter den Ehrennamen Augusta. Im darauffolgenden Jahr schenkte Lucilla in Antiochia einer Tochter das Leben. Wenig später feierte Lucius Verus gemeinsam mit Mark Aurel und der ganzen antoninischen Familie einen glanzvollen Triumph über das Partherreich. Das Familienglück hielt aber nicht lange an. Bereits 166 brach die so genannte Antoninische Pest im Reich aus. Ihr sollte schließlich auch Lucillas Vater zum Opfer fallen. Zudem fielen germanische Stämme ins Reich ein. Die beiden Kaiser brachen 168 zur Nordgrenze auf, kehrten auf Rat des Hofarztes Galen aber dann nach Rom zurück. Noch unterwegs erlitt Lucius Verus einen schweren Schlaganfall. Er starb drei Tage später im Alter von 39 Jahren in Altinum. Lucilla war mit nur 19 Jahren bereits Witwe.

Mark Aurel suchte noch vor Ablauf des Trauerjahres einen neuen Gatten für seine Tochter. Er fand ihn in Tiberius Claudius Pompeianus. Dieser stammte aus Syrien und war ein schon älterer, loyaler Anhänger des Kaisers, dessen Stärken vor allem auf militärischem Gebiet lagen. Er wurde zum treuesten Mitarbeiter des Kaisers während der Markomannenkriege. Lucilla fügte sich nur unter Widerständen in diese Heirat, da sie einen jüngeren, vornehmeren Ehemann wie Avidius Cassius, den sie in Syrien kennen gelernt hatte, bevorzugt hätte. Auch ihre Mutter war gegen diese Verbindung. Aus der Beziehung stammte ein Sohn Claudius Pompeianus (* 170 oder später).

    

Im Jahr 181 oder 182 verschworen sich Lucilla, Quintianus, Ummidius Quadratus und Andere, um Kaiser Commodus zu ermorden. Nach den literarischen Quellen soll Lucilla die führende Kraft gewesen sein. Nach Herodian hatte Lucilla nach der Hochzeit des Commodus mit Bruttia Crispina Angst um ihre Stellung als Augusta und wollte deshalb ihren Bruder ermorden lassen. Die Berichte über das Attentat sind in den Quellen sehr einheitlich: Als sich Commodus auf dem Weg ins Amphitheater befand, stürzte sich Quintianus, anstatt sogleich zuzustechen, mit den Ruf auf ihn: "Dies schickt dir der Senat". Dadurch gab er den Wachen die Gelegenheit, ihn zu überwältigen und so das Leben des Kaisers zu retten. Quintianus und Ummidius Quadratus, sowie auch Lucilla nach ihrer Verbannung nach Capri, wurden daraufhin hingerichtet. (Bild oben)

Lucilla heiratet König Sohamus
Um den Frieden auch an der Ostgrenze zu sichern,
wünscht Marc Aurel, dass seine Tochter Lucilla Sohamus, den König von Armenien, heiratet.
Sohamus, König von Armenien und Lucilla betreten den Tempel zu Marc Aurelius.
Sohamus und Lucilla schreiten auf Kaiser Marc Aurelius zu.
Aurelius wusste, dass Lucilla seinen Tribun Livius liebte. Doch die Umstände ließen es nicht zu.
Die endgültige Besiegelung der Ehe zwischen Sohamus und Lucilla nach armenischem Brauch.
Wichtiges zu wissen:

Nach dem Tod des Verus wucherten wilde Gerüchte. Auch Lucilla wurde verdächtigt, ihren Gatten ermordet zu haben. Dass sie tatsächlich für dessen frühen Tod verantwortlich war, ist aber sehr unwahrscheinlich, büßte sie doch damit ihre einflussreiche Stellung als Kaisergattin ein. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm nun ihr Bruder Commodus die Macht. Die Hoffnungen seiner Schwester Lucilla, dass ihr Mann Pompeianus an der Macht beteiligt werden würde, erfüllten sich nicht. Über die Ereignisse der nächsten beiden Jahre gibt es unterschiedliche Berichte. Eine Tradition berichtet, dass Spannungen zwischen Lucilla und Bruttia Crispina, der Ehefrau des Commodus, die Atmosphäre am Hof schwer belasteten. Lucilla fühlte sich gegenüber ihrer Schwägerin zurückgesetzt. Aus diesen höfischen Auseinandersetzungen ist wohl der nicht unbegründete Vorwurf zu erklären, sie sei 181 an einer Verschwörung zum Sturz ihres Bruders beteiligt gewesen.

Nach Berichten des Herodian hatte Tiberius Claudius Pompeianus Quintianus – wohl ein Neffen des Pompeianus – zusammen mit Marcus Claudius Ummidius Quadratus einen fehlgeschlagenen Anschlag auf den Kaiser im Kolosseum organisiert. Lucilla wurde nun verdächtigt, Quintianus angestiftet zu haben. Zudem gab es den wohl ebenfalls nicht unbegründeten Vorwurf, sie habe mit ihrem Neffen ein Verhältnis gehabt. Quadratus stammte aus einer hochadligen Familie, die schon seit dem Suffektkonsulat des Gaius Ummidius Durmius Quadratus um 40 n. Chr. zu den führenden Familien Roms gehörte. Sein Vater war Ummidius Quadratus, Suffektkonsul um 146, seine war Mutter Annia Cornificia Faustina; sie war die Schwester des Kaisers Mark Aurel. Marcus Claudius Ummidius Quadratus, Verschwörer gegen Kaiser Commodus, dürfte sein Adoptivsohn gewesen sein. Von der Laufbahn des Quadratus ist nur das ordentliche Konsulat bekannt, das er im Jahr 167 zusammen mit Lucius Verus bekleidete. Lucilla wurde daraufhin verurteilt und auf die Insel Capri verbannt. Ob sie tatsächlich für das Attentat auf ihren Bruder mitverantwortlich war oder einer darauffolgenden Säuberungswelle zum Opfer fiel, bleibt ungewiss. Sie wurde schließlich 181 hingerichtet. (Ebenfalls Bild oben)

Zurück in Rom
Der armenische König Sohamus und seine Gattin Lucilla beobachten vom Balkon aus das Spektakel.
Ein charakterloser und unwürdiger Kaiser hält Einzug in Rom.
Die Römer beobachten mit Argwohn Commodus's spaktakulären Einzug in Rom.
Lucilla und Sohamus können nur heimlich mit dem Kopf schütteln,
über die Arroganz von Commodus.

Im Dezember 192 formierte sich aus unklaren Gründen (die Motive, die die Quellen nennen, sind stereotyp und darum von zweifelhafter Glaubwürdigkeit) im engsten Umfeld des Kaisers eine Verschwörung gegen ihn. Am letzten Tag des Jahres 192 wurde er an seinem Hof unter Beteiligung seiner Konkubine Marcia in seinem Bad von einem Athleten namens Narcissus erwürgt und nicht wie im Film gezeigt von Livius im Zweikampf getötet. Mit ihm endete die von Mark Aurel begründete Antoninische Dynastie, Commodus verfiel zunächst der damnatio memoriae. Dass der Mord relativ spontan erfolgte und nicht von langer Hand vorbereitet war, zeigt der Umstand, dass kein Nachfolger bereitstand. Es folgte das zweite Vierkaiserjahr (mitunter auch als "Fünfkaiserjahr" oder – irreführend – gar als "Sechs-kaiserjahr" bezeichnet), denn seine Nachfolger Pertinax und Didius Julianus wurden nach kurzer Zeit ermordet, und außerdem kämpften Septimius Severus, Pescennius Niger und später auch Clodius Albinus um die Kaiserwürde. Da sich Septimius Severus, der schließlich als Sieger hervorging, zum Zwecke der Vergrößerung seiner Legitimität durch eine fiktive Adoption selbst zum Sohn Mark Aurels machte, wurde die damnatio seines "Bruders" Commodus konsequenterweise wieder aufgehoben.

Weitere Bilder von Commodus's farbenprächtigen Einzug
Er lässt sich feiern und hochleben, als hätte er gerade die ganze Welt besiegt.
Der unverdiente Kaiser reitet mit Pomp und Gloria auf den höchsten Platz
um sich dem Volk zu zeigen.
Der Sklaventreiben lässt sich offiziell zum neuen Kaiser ausrufen.

Bald zeigt sich, dass Commodus ein Unglück für Rom ist. Um seine ausschweifenden Vergnügungen finanzieren zu können, lässt er immer härtere Steuern erheben, und bald steht der ganze Osten gegen ihn auf. Um das Reich zu retten, zieht Livius auf Bitten des Kaisers gegen die Aufständischen, obwohl das den Bruderkampf bedeutet. Er siegt, doch Commodus dankt es ihm schlecht. Um an der Macht zu bleiben, schreckt er vor keiner Untat zurück. Auf seinen Befehl sollen Livius und Lucilla schließlich während der entfesselten Saturnalien auf dem Forum den Flammentod sterben. Anmerkung: Die Saturnalien waren zunächst nur ein römischer Festtag zu Ehren des Gottes Saturn. Das Datum geht auf das Gründungsdatum des Saturntempels auf dem Forum Romanum zurück. Die Feiern begannen mit einem Opfer vor dem Tempel des Saturn und einem öffentlichen Mahl. Öffentliche Einrichtungen waren während der Saturnalien geschlossen. Die Tempel veranstalteten öffentliche Speisungen. Es war üblich, sich zu den Saturnalien zu beschenken.

Livius zieht auf Bitten des Kaisers gegen die Aufständischen, obwohl das den Bruderkampf bedeutet.
Lucilla beobachtet Livius als dieser mit seinen Offizieren und Legionären gegen die Barbaren zieht.
Livius kehrt siegreich nach Rom zurück
Scheinheilig empfängt Commodus seinen siegreichen Feldherrn Livius.
Commodus will Livius umarmen für seinen Verdienst der gewonnenen Schlacht über die "Barbaren"

Ein Senator steht auf und erklärt den anderen Senatoren dass Livius Vorhaben sei, die Barbaren ins römische Reich einzugliedern. Ein Raunen geht durch den Saal und der Senator verdeutlicht mit drastischen Worten dass er davon nichts hält. Dann geht er wieder zurück an seinen Platz.

Livius verlangt vom Senat die Einbürgerung der angeblichen Barbaren. Dieser aber ist empört.

Man sieht einen Haufen Senatoren, die den Cäsar Commodus anhimmeln. Der schaut etwas gelangweilt drein, während der anwesende Livius ihn mit ernster Miene anschaut. Dann erteilt Commodus ihm das Wort. Livius verlangt von den Senatoren dass sie Commodus stürzen, da er das römische Reich mit seiner Herrschaft zerstören wird. Unruhe geht durch den Saal.

Livius verlangt vom Senat die Ablösung von Commodus als Kaiser.
Livius ist zornig über seinen Kaiser und fordert ihn vor dem Senat zum Zweikampf.

Warum wurde der Feldherr so zornig? Nicht alleine deswegen, dass Commodus und der Senat sich über ihn lustig machten, sondern auch deshalb, weil ihm Commodus eröffnete, dass er ihn mit Lucilla auf dem Scheiterhaufen verbrenn lassen will, wobei er noch erwähnte, dass dies mit Lucilla nicht mehr möglich sei, denn diese sei bereits hingerichtet. Dem Feldherrn Livius schwollen die Halsadern an und er fordert den Kaiser vor dem Senat zum Zweikampf heraus, welchen er auch gewann. Anschließend verließ Livius Rom und ward niemals mehr gesehen.

191 wurde der neue Prätorianerpräfekt Aemilius Laetus der eigentliche Machthaber im Hintergrund. Er beschloss, sich des Commodus zu entledigen, um dem Schicksal seiner Vorgänger, die den unablässigen Intrigen zum Opfer gefallen waren, zu entgehen und stattdessen selbst einen neuen Kaiser seiner Wahl einzusetzen. Am 31. Dezember 192 wurde Commodus auf Veranlassung des Laetus ermordet. Laetus sorgte umgehend dafür, dass Pertinax zum neuen Kaiser ausgerufen wurde. Da Laetus, der für den Mord an Commodus verantwortlich war, zugleich derjenige war, der Pertinax als Nachfolger auswählte und durchsetzte, hat man vermutet, dass Pertinax selbst an der Verschwörung gegen Commodus beteiligt war. Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Quellenlage gestattet kein sicheres Urteil.

Nach der langen Herrschaft des Commodus, der die Regierungsgeschäfte vernachlässigt hatte, waren nicht nur die Staatsfinanzen zerrüttet, sondern auch der Respekt vor dem Amt des Kaisers und den traditionellen Autoritäten war weitgehend abhandengekommen. Dass Pertinax in der Stadtbevölkerung populär war, nutzte ihm unter diesen Umständen wenig. Er wurde am 28. März 193 von meuternden Soldaten erschlagen. Anscheinend handelte es sich nicht um eine Verschwörung oder einen geplanten Aufstand, sondern nur um eine chaotische Aktion, die von der allgemeinen Disziplinlosigkeit ermöglicht wurde.

Der endgültige Untergang Roms fand im Jahr 410 statt, als Rom von den Goten und ihrem König Alarich eingenommen wurde. Das Oströmische Reich, war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Es entstand in der Spätantike nach der Reichsteilung von 395 aus der östlichen Hälfte des Römischen Reiches und endete mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen im Jahre 1453.