Autor-MGB  Der lange Weg von Petrus zum Papst  Autor-MGB
Beginn der zweiten Christenverfolgung.
Papst Clemens I.   Clemens I. um 88? - 97?  
Märtyrer
Beginn der zweiten Christenverfolgung.  
Ermordung Domitians.
Nerva neuer Kaiser.
  
Papst Clemens I.
Papst Titus Flavius Clemens
Er war sehr wahrscheinlich ein jüdischer Freigelassener aus dem Hause des Märtyrers Titus Flavius Klemens, eines Vetters Kaiser Domitians, und soll noch mit Paulus zusam-
mengearbeitet haben. Unter ihm bekehrten sich führende Angehörige des römischen Adels und des Kaiserhauses zum Christentum. Von ihm stammt, als frühestes authen-
tisches Dokument der nachapostolischen Zeit, der stark politisch gefärbte, griechisch geschriebene sogenannte Erste Klemensbrief in einundsechzig Kapiteln. Weniger Brief als vielmehr ein philosophisch-pädagogisches "Evangelium", stellt er eine Symbiose von Christentum und griechischer Paideia dar - gleichsam die erste "Enzyklika", in der Kle-
mens von der Paideia Gottes und Christi redet und aus seiner Vorstellung des für ihn in der römischen Gemeinde repräsentierten Ordnungsprinzips mit unzweideutiger Selbstverständlichkeit den Vorrang Roms und seiner pri-
matialen Stellung ableitet, ohne es eigens zu betonen. Der Klemensbrief, der noch bis in das 6. Jahrhundert in Korinth zusammen mit den Evangelien öffentlich vorgelesen wurde, identifiziert die Einheit der römi-
schen Gemeinde, die im 1. Jahrhundert vorwiegend aus bekehrten hellenisierten Juden be-
stand, mit der Einheit in Rom. Die vielen Legenden um Klemens' Leben sind in den Acta des 4. Jahrhunderts überliefert.
Die Basilika Sankt Clemente in Rom.
Die Kirche S. Clemente in Rom, gelegen an der Straße, die vom Kolosseum zum Lateranpalast führt, gehört kunsthistorisch zu den wichtigsten Kirchenbauten überhaupt, da sie am besten von allen den Charakter einer frühchristlichen Basilika bewahrt hat. Der von außen fast unscheinbar wirkende Bau erhebt sich über einem der ältesten christlichen Versammlungs-
orte Roms, dem Elternhaus des heiligen Klemens, der von 88 bis 97 als dritter Nachfolger von Petrus (Ge-
denktag 29. Juni) den Papststuhl innehatte. Die Un-
terkirche, die schon im vierten Jahrhundert erwähnt wurde, ist seit 1108 von der Oberkirche überbaut. Lange Zeit war der Kirchenbau in der Tiefe vergessen, bis man ihn 1857 wiederentdeckte und nach und nach freilegte. Heute gehört dieses einmalige Bau-Kunst-
werk zu den größten Sehenswürdigkeiten Roms. Die Reliquien des großen Papstes Klemens I. werden im Hochaltar der Oberkirche aufbewahrt. Klemens Ro-
manus kam gegen Mitte des ersten Jahrhunderts in Rom zur Welt und wurde im heidnischen Glauben er-
zogen. Schon früh erkannte er, daß es etwas geben müsse, das tiefer ging, etwas, das mit Unsterblichkeit zu tun hatte. Eines Tages hörte Klemens eine Predigt des Apostels Barnabas und hatte gefunden, wonach er suchte. Er ließ sich von Barnabas taufen und zu Petrus führen. Dieser lernte den jungen Klemens in der Folgezeit kennen und schätzen und ernannte ihn schließlich selbst noch zu seinem Nach-
folger auf dem Stuhl Petri.

Doch nach dem Tod von Petrus im Jahr 64 weigerte sich Klemens, die Nachfolge des großen Apostelfürsten anzutreten. So wurden erst noch Linus und Anakletus zu Bischöfen von Rom gewählt, bis sich Klemens im Jahr 88 dem Druck von Klerus und Volk beugte und das Amt an-
trat. Über seine Amtszeit ist jedoch kaum etwas überliefert. Die Legende erzählt, daß Kle-
mens I. Ende des ersten Jahrhunderts aus Rom vertrieben wurde und auf Anordnung des Kaisers - möglicherweise Trajans in den berüchtigten Marmorsteinbrüchen von Chersones auf der heutigen Krim arbeiten mußte. In den Steinbrüchen herrschte akuter Wassermangel, die Zwangsarbeiter drohten teilweise zu verdursten. Als Klemens einmal sah, wie ein Schaf an einer bestimmten Stelle mit dem Huf scharrte, grub er mit den Händen nach, und - so die Legende - plötzlich sprudelte eine Quelle aus dem Boden. Der wutentbrannte Kaiser ließ Klemens daraufhin mit einem Anker um den Hals ins Meer stürzen und die Neugetauften hin-
richten. Der Slawenapostel Cyrillus, der Gefährte von Methodius, soll die Gebeine von Klemens dann im Jahr 868 nach Rom zurückgebracht haben, wo sie in der Kirche S. Clemente beigesetzt wurden.

Kaiser Nerva     Marcus Cocceius Nerva
(* 8. November 30; † 27. Januar 98)
war als Nachfolger Domitians
von 96 bis 98 römischer Kaiser.
  Kaiser Nerva
Nach der Ermordung Domitians 96 ging Nerva, als Antwort auf dessen Terrorherrschaft, zu einer neuen Haltung über. Zunächst wurde über Domitian die damnatio memoriae verhängt. Dann ließ er diejenigen frei, die wegen Verrats im Gefängnis waren, verbot weitere Anklagen wegen Verrats, verbot die Majestätsprozesse, gab viel von dem konfiszierten Eigentum zu-
rück und beteiligte den Senat an seiner Herrschaft. Darüber hinaus schaffte er die von den flavischen Kaisern verhängte Judensteuer sowie unentgeltliche Requirierungen in Italien für die staatliche Post ab. Durch große Sparsamkeit gelang es ihm die zerrütteten Staatsfinanzen zu sanieren. Seine mildtätige und besonnene Regierung zeigte sich u.a. in der staatlichen Einrichtung von Alimentarfonds, die hilfsbedürftigen Kindern Unterhalt und Ausbildung ermög-
lichte. An notleidende römische Bürger wurde während seiner Regentschaft Land im Werte von 60 Millionen Sesterzen verteilt.
Papst Evaristus    Papst Evaristus 97? - 105?
Tod Kaiser Nervas
Trajan neuer Kaiser
101:Beginn des ersten Dakerkrieges.
  105:Beginn des zweiten Dakerkrieges.
  Papst Evaristus
Evaristus (* in Antiochia in Pisidien (heute Türkei); † wahrscheinlich 105 in Rom) war fünfter Bischof von Rom (etwa 98–105). Auch als Aristus bekannt. Von Evaristus ist wenig bekannt. Laut des Liber Pontificalis stammt er aus einer Familie hellenistischen Ursprungs, hatte aber einen jüdischen Vater aus Betlehem. Er wurde während der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian gewählt, zur Zeit der zweiten großen Christenverfolgung. Liber Pontificalis gibt auch an, dass er Rom in sieben diaconias, Diakonien, aufteilte. Er wird traditionell als Märtyrer betrachtet, wofür es aber keine historischen Belege gibt.
Als Dakerkriege werden zwei Feldzüge des Kaisers Trajan zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. bezeichnet, denen mehrere Schlachten zwischen dem expandierenden römischen Reich unter Kaiser Domitian und dem Volk der Daker am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. vorange-
gangen waren. Die Daker lebten in den Karpaten im Gebiet des heutigen Rumänien. Unter dem Kaiser Domitian wurde der Versuch unternommen, die Reichsgrenze zwischen Rhein und Do-
nau zu verkürzen. 83 n. Chr. setzten seine Truppen bei Mainz über den Rhein und drangen in Germanien ein.
Sie kämpften in der Wetterau mit den Chatten. Die Invasion löste auch an der unteren Donau auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens Unruhen aus, die noch 25 Jahre später andauern sollten. Die Daker unter ihrem jungen König Decebalus, der sie nach langer Zeit wieder geeint hatte, stießen 85 nach Süden über die Donau in römisches Gebiet vor und überwältigten dort die römischen Truppen. Domitian führte rasch Verstärkung aus Germanien heran und warf die Eindringlinge zurück.
Ein kärglicher Rest seiner Truppen schlug sich nach Rom durch.
Bild oben: Die Gefahr unterschätzend überließ er es dem praefectus praetorio Cornelius Fuscus, den Gegenangriff auf das Gebiet nördlich der Donau zu führen. Fuscus und sein Heer wurden vernichtend geschlagen. Ein kärglicher Rest seiner Truppen schlug sich nach Rom durch. Domititian kehrte darauf an die untere Donau zurück und rekrutierte neue Truppen.
Papst Alexander I.     Papst Alexander I. Etwa 97 ? - 105 ?
    Ende des zweiten Dakerkrieges.
Grösste Ausdehnung des römischen Imperiums.
Trajans Krieg gegen die Parther.
  Papst Alexander I.
Der hl. Alexander I. (* in Rom; † 3. Mai 115 in Rom) war Papst und Bischof von Rom von 105/109 bis 115/119 nach Christus. Sein Name kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet "der Wehrmann".
Der römische Kaiser Trajan besiegte den dakischen König Decebalus 102 und 106, worauf Dacia eine römische Provinz wurde (107 bis 276). Bei der römischen Invasion 102 im ersten Dakerkrieg konnte Decebalus einer vollständigen Niederlage noch entgehen, ihm und seinem Volk wurde jedoch ein Waffenstillstand aufgezwungen, dessen Bedingungen für sie wenig vorteilhaft waren.
König Decebalus
Bild oben: Unter der Herrschaft von Kaiser Trajan marschierten die Römer drei Jahre später erneut ein. Nach einer langen Belagerung von Sarmize-
getusa und lang andauernden Kämpfen zerschlugen sie die dakischen Trup-
penverbände endgültig. Decebalus, der vergeblich auf Hilfe von seinen ger-
manischen Verbündeten gehofft hatte, floh und wurde 106 aufgespürt. Er entging seiner Gefangennahme durch Selbstmord. Dakien wurde zur Römi-
schen Provinz und blieb bis etwa 270 unter römischer Kontrolle. An Trajans Siege erinnern das Monument von Adamklissi und die Trajanssäule.
Papst Sixtus I.    Papst Sixtus I. 115 ? - 125 ?
Tod Kaiser Trajans.
Hadrian neuer Kaiser.
  Papst Sixtus I.
Sixtus I. († um 125) (griechisch Xystus) war etwa von 115 bis zu seinem Tode Bischof von Rom und wird als Priester und Märtyrer bezeichnet.
Römische WacheKaiser TrajanKaiser HadrianRömische Wache
Publius Aelius Hadrianus (* 24. Januar 76 in Italica, in der Nähe des heutigen Sevilla; † 10. Juli 138 in der Nähe von Neapel) war römischer Kaiser von 117 bis 138. Sein vollständiger Name zum Zeitpunkt seines Todes war Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XXII, Imperator III, Consul III, Pater patriae.

Hadrian war mit Sabina, einer Großnichte des Kaisers Trajan verheiratet, vermutlich aber bisexuell. Er hatte keine anerkannt leiblichen Kinder, es wurde jedoch behauptet, dass er der leibliche Vater von Aelius Caesar, seinem designierten Nachfolger, gewesen sei. Unzweifelhaft war seine Beziehung zu Antinoos, einem jungen Bithynier, den Hadrian in Kleinasien kennen-
gelernt hatte. Antinoos gehörte einige Zeit zum Hofstaat des Kaisers und begleitete ihn auf seinen Reisen, bis er unter nie geklärten Umständen im Nil ertrank. Hadrian war über seinen Tod tief betroffen und gründete an der Stelle des Ertrinkens die Stadt Antinoupolis. Er be-
auftragte seine Künstler, zahlreiche Statuen, Büsten und Reliefs nach dem Abbild des Anti-
noos anzufertigen, und veranlasste sogar dessen Vergöttlichung.

Römische Soldaten verwüsten Jerusalem
Den Juden zunächst wohlwollend gegenüberstehend, versprach Hadrian ihnen den Wieder-
aufbau des nach der großen jüdischen Revolte und Zerstörung 70 n. Chr. immer noch in Trümmern liegenden Jerusalems. Die Juden fühlten sich jedoch hintergangen, als sie erkann-
ten, dass er es als eine heidnische Metropole wiederaufbauen wollte und einen neu errich-
teten Tempel auf den Ruinen des zweiten salomonischen Tempels dem Jupiter weihte. Als Hadrian die von ihm als Verstümmelung betrachtete rituelle Beschneidung der Knaben verbot, wurde die Stimmung immer angespannter, und es begann 132 der drei Jahre dauernde Auf-
stand von Bar Kochba. Anders als beim Aufstand im Jahre 70 waren die Juden diesmal unter der Führung eines fähigen Befehlshabers vereinigt. Die römischen Verluste waren so erheb-
lich, dass Hadrian die ansonsten obligate Formulierung "Ich und meine Armee sind wohlauf" im Bericht an den römischen Senat wegließ.

General Sextus Julius Serverus

Hadrians fähigstem General, Sextus Julius Serverus, wurde das Oberkommando der römischen Truppen anvertraut, und auch Hadrian selbst nahm an der expeditio Iudaica wenigstens zeit-
weise teil. Nach der brutalen Niederschlagung der Revolte im Jahr 135 und der Verwüstung Judäas – nach Berichten des Cassius Dio wurden 580.000 Juden getötet, 50 befestigte Städte geschleift und 985 Dörfer zerstört –, wurden mehrere Sanktionen gegen die Juden ergriffen. Die Tora und der jüdische Kalender wurden ver-
boten, ebenso ließ man jüdische Gelehrte hinrichten und den Juden heilige Schriftrollen auf dem Tempelberg verbrennen. Am früheren Tempelheiligtum errichtete man Statuen von Jupiter und vom Kaiser selbst. Der Provinz wurde der neue Name Syria Pa-
laestina gegeben. Letzteres mag als Bestrafung gedacht gewe-
sen sein, tatsächlich aber dürften die Juden nach dem Aufstand auch nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung gestellt haben. Hadrian gründete Jerusalem unter dem Namen Aelia Capitolina neu und verbot Juden den Zutritt. Später durften sie einmal jährlich am 9. Av die Stadt betreten, um Niederlage, Tempelzerstörung und Vertreibung zu betrauern. Die Juden blieben danach in der Diaspora verstreut und ohne eigenes Staatswesen bis 1948. Der Bar-Kochba-Aufstand war der letzte Versuch des antiken jüdischen Volkes, seine Unabhängigkeit zu erkämpfen. (Zur Orientierung:) Simon bar Kochba, d.h. "Sohn des Sterns", war ein jüdischer Rebell und messianischer Prätendent, der von 132 bis 135 nach Christus einen Aufstand gegen das Römische Reich unter Kaiser Hadrian führte. (Simon bar Kochba wurde von seinen eigenen Landsleuten ermordet).
Der Hadrianswall wurde auf Befehl des römischen Kaisers Hadrian (* 76, † 138) erbaut, nachdem dieser die Grenzregion besucht hatte. Neben seiner militärischen Schutzfunktion wurde der Wall vermutlich auch gebaut, um die römische Überlegenheit zu demonstrieren. Außerdem war es so auch einfach möglich, den Handel zu bezollen. Die Hauptfunktion des Walls war es aber, die schottischen Clans davon abzuhalten, in römisches Gebiet einzudringen.
Römische Soldaten am Hadrianswall.
Papst Telesphoros   Papst Telesphoros:
    "Der zielgerichtet Eifrige"
125 ? - 136 ?.
Niederwerfung
des jüdischen.
Aufstandes
unter Simon Bar-Kochba.
  Papst Telesphoros
Irenäus von Lyon
Telesphorus (* in Griechenland; † 136 oder 137 in Rom) war Bischof von Rom (etwa 125/126–136/137) zur Regierungszeit Kaiser Hadrians. Irenäus von Lyon nennt Telesphorus einen Märtyrer. In der katholischen Tradition wird sein Gedenktag am 5. Januar begangen, in der orthodoxen am 22. Februar. Die Karmeliter verehren Telesphorus als ihren Schutzhei-
ligen, da er angeblich auf dem Berg Karmel als Eremit lebte. Sein Name bedeutet: "Der zielgerichtet Eifrige". Telesphoros amtierte als 8. Bischof von Rom von 125 bis 138 n.Chr. Vor seiner Berufuns soll er auf dem Berg Karmel als Einsiedler gelebt haben. Mehr ist über den Mann, der wahr-
scheinlich griechischer Herkunft war, nicht bekannt. Interessant sind jedoch die ihm zugeschriebenen Neuerungen im Kirchenleben (in Wirk-
lichkeit wohl erst viel später aufgekommen). So soll Telesphoros die siebenwöchige Fasten-
zeit vor Ostern, die Mitternachtsmette zu Weihnachten und das Gloria in der Messe ein-
geführt haben. Im Streit um das Datum der Abhaltung des Osterfestes, verhielt er sich sehr konziliant und liess andere Termine im Osten des Imperiums gewähren. Sein Martyrium wird zwar öfters erwähnt, allerdings immer ohne Umstände, sodass es unsicher bleiben muss.
Papst Hyginus   Papst Hyginus:
    136 ? - 140 ?
Tod Kaiser Hadrians
Antoninus Pius neuer Kaiser
  Papst Hyginus
Kaiser Antonius Pius   Kaiser Antoninus Pius
  138 ? - 161 ?
  Kaiser Antoninus Pius
Antoninus Pius (* 19. September 86 bei Lanuvium; † 7. März 161 bei Lanuvium) war vom 10. Juli 138 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Das Römische Reich erlebte unter ihm, dem vierten der sechs Adoptivkaiser und Begründer der so genannten Antoninischen Dynastie, seine letzte längere Friedensperiode. Geboren als Titus Aurelius Fulvus Boionius Arrius Antoninus, nahm er als Kaiser den Namen Titus Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius an. Sein vollständiger Name nebst Titulatur zum Zeitpunkt seine Todes war Imperator Caesar Titus Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XXIII, Imperator II, Consul IV, Pater patriae. Schon am Beginn seiner Regierungszeit, viel-
leicht schon ab 139, spätestens in den Jahren 142 bis 144, ließ er durch Quintus Lollius Urbi-
cus die Grenze in Britannien zu dem nach ihm benannten Antoninuswall vorverlegen, der etwa 160 km weiter nördlich als der von seinem Vorgänger errichtete Hadrianswall vom Firth of Forth zum Firth of Clyde verläuft. Der Kaiser ließ sich nochmals als Imperator akklamieren (IMP II); vermutlich wollte er durch einen militärischen Erfolg Zweifel an seiner Eignung zum Herr-
scher zerstreuen. Auch in Obergermanien wurde vermutlich im Jahre 159 der Limes um 25 bis 30 Kilometer nach Osten vorverlegt.
Die römischen Limites stellten in der Geschichte erstmals räumlich klar definierte und visuell im Gelände für Freund und Feind eindeutig erkennbare Außengrenzen eines Herrschaftsbereichs dar.
Papst Pius I.   Papst Pius I.
140 ? - 155 ?.
  Pius I.
Man sagt, er sei ein Sklave gewesen und in Aquileia als Sohn des Rufinus geboren worden. Er habe Santa Pudenziana erbaut, die nach der Überlieferung älteste Kirche Roms. Später wurde er als Märtyrer bezeichnet, doch gibt es dafür keine historischen Belege. Oft wird er als der erste eigentliche Bischof in Rom genannt. Nach der Überlieferung hatte er schwere Kämpfe gegen die Gnostiker zu bestehen und erließ die Bestimmung, dass Ostern stets an einem Sonntag zu feiern sei. Die wenigen Briefe unter seinen Namen erwiesen sich als Fälschungen.
Papst Anicetus.   Papst Anicetus
140 ? - 155 ?.
"Der Unbesiegbare".
Tod des Antoninus Pius.
Marc Aurel Kaiser.
Lucius Verus Mitkaiser.
Beginn des Markomannenkrieges
(Aufstand germanischer Völker gegen Rom.
Beginn der Völkerwanderung.
  Papst Anicetus.
Der heilige Polykarp von Smyrna, ein Schüler des Apostels Johannes, kam nach Rom, um die sogenannte Osterfeierfrage zu erörtern. Anicetus nahm zum erstenmale gegen eine Irrlehre Stellung, den eschatologischen Montanismus, dessen größter Vertreter, Tertullian, als erster die Begriffe "Person" und "Trinität" für das spätere Dogma der Dreifaltigkeit prägte.
Unter dem Begriff Markomannenkriege werden die Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und den germanischen und sarmatischen Stämmen hauptsächlich im Bereich der mittleren Donau (Mähren, Slowakei, Ungarn, Rumänien) zusammengefasst. Sie fanden unter der Herrschaft des Kaisers Mark Aurel von 166 bis zum Jahr 180 statt. In zeitgenös-
sischen Quellen und der antiken Geschichtsschreibung werden die Kriege als "expeditio Ger-
manica prima et secunda" bezeichnet. In den Rahmen dieser Auseinandersetzungen gehört wohl auch die "expeditio Burica", die unter Kaiser Commodus im Jahre 182 endete und als "dritter Markomannenkrieg" bezeichnet wird.
Kaiser Marc AurelMitregent Lucius Verus
Marc Aurels triumphaler Empfang in Rom.
Papst Soter   Papst Soter
166 ? - 175 ?
"Papst der Barmherzigkeit"
Tod des Lucius Verus
  Papst Soter
Er verfügte, dass die Ehe nur als von einem Priester gesegnetes Sakrament gültig sein kann. Soter wurde in Fondi (Italien) geboren und starb, so die Legende, als Märtyrer zur Zeit der Christenverfolgungen unter Marcus Aurelius. Er wurde in der Calixtus-Katakombe in Rom begraben.
Papst Eleutherus   Papst Eleutherus
175 ? - 189 ?
"Der Freie"
Tod Marc Aurels
Commodus neuer Kaiser
  Papst Eleutherus
Mit diesem Griechen endet die früheste Liste der Bischöfe von Rom des Irenäus von Lyon. Hinweise auf ihn finden sich auch bei Eusebius von Caesarea und in anderen Dokumenten der Zeit. Er kämpfte, wie seine Vorgänger, mit dem Montanismus. Das Liber Pontificalis vom An -
fang des 6. Jahrhunderts berichtet, er habe Beziehungen zu dem britischen König Lucius ge-
habt, der den Wunsch hegte, zum Christentum zu konvertieren. Diese Legende - römischen, nicht britischen Ursprungs - ist für Geschichtswissenschaftler ein Rätsel und hat offenbar keine historischen Grundlagen.
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