Autor-MGB  Der lange Weg von Petrus zum Papst  Autor-MGB
Immer stärker zeigte sich bei Commodus der Größenwahn (Cäsarenwahnsinn). So wurde er bald zum Gegenstand des zeitgenössischen Spotts.
Papst Victor I.   Victor I. 189 - 199  
Ermordung des Commodus.
Pertinax neuer Kaiser.
Ermordung des Pertinax.
Didius Julianus neuer Kaiser.
Septimus Serverus neuer Kaiser.
Ermordung des Didius Julianus.
Septimus Serverus Alleinherrscher.  
  
Papst Victor I.
Papst Victor I.
Nach den Angaben des Liber pontificalis war Victor I. afrika-
nischer Abstammung. Im Verlaufe des schon unter Anicetus diskutierten Osterfeierstreites exkommunizierte Victor I. die Gemeinden Kleinasiens, da sie sich dem Brauche Roms nicht anschlossen, sondern Ostern weiter, wie in ganz Kleinasien, am 14. Nisam und nicht acht Tage später feierten.

Es ist die erste autoritativ-disziplinäre Maßnahme Roms. Der heilige Irenäus von Lyon bestritt Victor I. keineswegs das Recht, den Feiertag festzusetzen, jedoch entschieden das Recht zur Exkommunikation, da der Anlaß nur liturgischer, nicht aber dogmatischer Natur war.

Victor I. gab nach, wodurch die Gefahr eines Schismas ver-
mieden wurde. Während des Episkopates Victors I. trat Theodot von Byzanz mit der Irrlehre des Adoptianismus oder Monarchi-
anismus auf, die das Wesen der Trinität leugnete.

PrätorianerKaiser CommodusKaiser PertinaxKaiser Didius JulianusKaiser Septimius SeverusPrätorianer
Imperator Caesar Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus (* 31. August 161 in Lanu-
vium, † 31. Dezember 192 in Rom) war römischer Kaiser von 180 bis 192. Beim römischen Volk war Commodus zunächst beliebt, zumal er sich freigiebig zeigte und für genügend Brot und Spiele (panem et circenses) sorgte. Da er die Finanzen auch durch Besteuerung der Klasse der Senatoren besorgte und den Befehlshabern der Prätorianergarde viel Einfluss gab, kam es zu Spannungen mit dem Senat. Später vernachlässigte er die eigentlichen Staatsgeschäfte und gefiel sich insbesondere in der Rolle des Herkules, die er auch als Gladiator in der Arena vor dem Volk zeigte. Immer stärker zeigte sich bei ihm Größenwahn (Cäsarenwahnsinn).

So wurde er bald zum Gegenstand des zeitgenössischen Spotts. Am letzten Tag des Jahres 192 wurde er im Zuge einer umfangreichen Verschwörung unter Beteiligung seiner Konkubine Marcia in seinem Bad vom Athleten Narcissus erwürgt. Mit ihm endete die von Antoninus Pius begrün-
dete Antoninische Dynastie. Es folgte das zweite Vierkaiserjahr (mitunter fälschlich als Fünf- oder Sechskaiserjahr bezeichnet), denn seine Nachfolger Pertinax und Didius Julianus wurden nach kurzer Zeit ermordet, und außerdem kämpften Septimius Severus und Pescennius Niger um die Kaiserwürde.

So liebte es Commodus: Gladiatorenkämpfe noch und nöcher. Hauptsache es floss Blut in Strömen.
Publius Helvius Pertinax (* 1. August 126 in Alba Pompeia; † 28. März 193 in Rom). Er war der erste Kaiser des zweiten Vierkaiserjahres. Pertinax war Sohn eines Freigelassenen aus Ligurien. Er wurde zunächst Lehrer und trat um 160 als Offizier in das römische Heer ein, was mit seiner Erhebung in den Ritterstand verbunden war. Er diente zunächst als Präfekt der 7. berittenen gallischen Auxiliarkohorte in Syrien und nahm am Partherkrieg teil. Um 165 wurde er nach Bri-
tannien versetzt und zum Tribun der Legio VI Victrix befördert. Später war er dort Präfekt der tausend Mann starken 1. Tungrer-Kohorte. Pertinax regierte nur knapp drei Monate, in denen es zu mehreren Meutereien und Verschwörungen kam. Seine Position war äußerst prekär, da er keine eigene Machtbasis hatte, sondern völlig auf das Wohlwollen der Prätorianer und haupt-
städtischen Soldaten angewiesen war, während Laetus beabsichtigte, weiterhin aus dem Hin-
tergrund die Fäden zu ziehen. Dass Pertinax in der Stadtbevölkerung populär war, nutzte ihm unter diesen Umständen wenig. Er wurde am 28. März 193 von meuternden Soldaten erschlagen.
Pertinax war Präfekt der tausend Mann starken 1. Tungrer Kohorte.
Nach dem Tode des Pertinax erreichte das römische Kaisertum einen vorläufigen Tiefpunkt, als die Prätorianer den Kaiserthron schlicht an den Meistbietenden versteigerten. Im Grunde unter-
schied sich dieser Vorgang kaum von früheren – auch Pertinax hatte versucht, die Garde durch Bestechungen für sich zu gewinnen –, doch dieses Mal wurde er offenbar von den Zeitgenossen als zu ungeniert und anstößig empfunden. Da Didius Julianus, der ein angesehener Senator und durchaus "kaiserfähig" war, seine Versprechen jedoch in keiner Weise einhalten konnte, wurde er ermordet. Sein Andenken wurde unter den Severern wohl bewusst verdunkelt.
Marcus Didius Severus Julianus (Julian I.) (* 30. Januar 133 in Mailand, † 2. Juni 193 in Rom) war vom 28. März 193 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Er war der zweite Kaiser des zweiten Vierkaiserjahres. Geschichtlich Erwähnenswertes ist über ihn nicht bekannt.
Lucius Septimius Severus (* 11. April 146 in Leptis Magna; † 4. Februar 211 in Eboracum) (York) war römischer Kaiser vom 9. April 193 bis zum 4. Februar 211. Er begründete die Dynastie der Severer und war einer der Kaiser des zweiten Vierkaiserjahres. Geboren wurde Septimius Seve-
rus in Leptis Magna in der Provinz Africa, als Sohn des Publius Septimius Geta und der Fulvia Pia. Er hatte einen Bruder, der ebenfalls Publius Septimius Geta hieß. Seine Familie entstammte der römischen Ritterschaft. Septimius sprach als Muttersprache Punisch, befasste sich aber mit der griechischen und lateinischen Literatur. Zur weiteren Ausbildung ging er nach Rom. Obwohl er nicht die militärische Laufbahn durchlaufen hatte, wurde er aufgrund der Fürsprache eines seiner Verwandten von Kaiser Mark Aurel in den Senatorenstand erhoben.
Als schließlich der neue Kaiser Pertinax von den Truppen 193 ermordet wurde, wurde Severus in Carnuntum am 9. April von den pannonischen Truppen zum Kaiser ausgerufen. Zu dieser Zeit war er bereits in zweiter Ehe mit Julia Domna verheiratet, mit der er auch zwei Söhne hatte. Die Lage im Reich war verworren: In Rom hatte sich Didius Julianus das Amt des Kaiser praktisch von den Prätorianern erkauft, doch konnte sich Septimius auf die Loyalität der Mehrheit der Legionen im Reich stützen. Septimius überquerte die Alpen, um Rom ohne Widerstand einzuneh-
men; Didius Julianus war bereits vorher ermordet worden. Septimius löste die Prätorianergarde auf und ersetzte sie durch eine neue, ihm loyale Garde, deren Soldaten ein hohes Donativ erhiel-
ten. Die Legionäre in der Provinz Syria hatten jedoch Mitte April Pescennius Niger als Kaiser ausgerufen, während die in Britannien stationierten Truppen Clodius Albinus zum Kaiser erho-
ben. Septimius musste um die Macht kämpfen und stellte sich demonstrativ in die Nachfolge des ermordeten Pertinax.
Am 4. Februar 211 verstarb er in Eboracum, dem heutigen York. Seine letzten Worte an seine beiden Söhne sollen gelautet haben: Seid einig, bereichert die Soldaten und verachtet alle anderen.
Auf dem Verhandlungsweg gelang es ihm, Clodius Albinus auf seine Seite zu ziehen, indem er ihn zum Caesar (und somit zum Mitkaiser) erhob, sodass sich Septimius nun Pescennius Niger zu -
wenden konnte. Dessen Truppen konnten 193/194 in Thrakien und Kleinasien geschlagen wer -
den. Bei Issos unterlag Niger im März 194 und geriet in Gefangenschaft, in der er kurz darauf getötet wurde. Städte, die zu Niger gehalten hatten, wie Antiochia am Orontes, wurden hart bestraft. Die Provinz Syria wurde zweigeteilt, um eine Machtkonzentration in den Händen des Statthalters zu verhindern. Es kam auch zu einer Christenverfolgung. 195 erhob sich Clodius Albinus, der sich offenbar mehr von seiner Vereinbarung mit Septimius versprochen hatte und über eine große Anhängerschaft im Senat verfügte. Er wurde zum Staatsfeind erklärt und flüchtete nach Gallien, wo er Anfang 197 jedoch unterlag und getötet wurde. Nun war Septimius Severus endgültig Alleinherrscher des Reiches. Am 4. Februar 211 verstarb er in Eboracum. Seine letzten Worte an seine beiden Söhne sollen gelautet haben: Seid einig, bereichert die Soldaten und verachtet alle anderen. Nach seinem Tod wurde er durch den Senat zum Gott erklärt. Seine Nachfolge traten Caracalla und Geta an, deren Feindschaft zu Lebzeiten des Vaters nur überdeckt war, nun aber offen zu Tage trat. Der machtbewusste Caracalla sollte Geta bald darauf ermorden. Die mühsam errichtete Stabilität der Regentschaft des Septimius Severus war damit ausgelöscht.
Papst Zephyrinus     Papst Zephyrinus
198 - 217
"Der Westwind"
Tod des Septus Serverus
Ermordung Kaiser Getas
Ermordung Caracallas
Macrinus neuer Kaiser
  Papst Zephyrinus
Der heilige Zephyrinus († 20. Dezember 217 in Rom) war Bischof von Rom von etwa 198 bis 217. Er wird als Mann von wenig Intelligenz oder Charakterstärke beschrieben, und die Kontroversen seiner Amtszeit werden besser Hippolytus und Kalixt zugeschrieben, letzterer sein wichtigster Ratgeber und dann auch Nachfolger. Von ihm ist aber die erste dogmatische Erklärung im Wort-
laut überliefert: "Ich weiß einen Gott, Jesu Christus, und außer ihm keinen anderen, der geboren ist und gelitten hat." *Siehe auch Papst Kalixtus I. weiter unten.*
TribunKaiser CaracallaPrätorianerMitregent GetaPrätorianerKaiser MacrinusTribun
Gegenpapst Hippolyt aussen und Papst Kalixtus I. rechts    Papst Kalixtus I. 217 - 222
Gegenpapst Hippolyt.
Ermordung des Macrinus.
Elgabal neuerKaiser.
  Ermordung Elgabals.
Serverus Alexander neuerKaiser.
  Gegenpapst Hippolyt innen und Papst Kalixtus I. rechts
Fast jeder Besucher Roms streift einmal durch das malerisch-verkommene Stadtviertel Traste-
vere. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist hier - neben der zauberhaften Kirche S. Cecilia mit dem Grab der heiligen Cäcilia - eines der ältesten Gotteshäuser der Ewigen Stadt und die älteste Marienkirche Roms überhaupt: S. Maria in Trastevere. Der Bau wurde wahrscheinlich von jenem Papst errichtet, der hier auch seine letzte Ruhestätte gefunden hat, von Kalixtus I. Kalixtus kam in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts zur Welt und wurde um das Jahr 200 Sklave eines Christen.

Jahre später gelangte er dann nach Rom und wurde dort Diakon von Papst Zephyrinus. Der Papst übertrug Kalixtus die Verwaltung der Begräbnisstätten der römischen Christengemeinde an der Via Appia, die später den Namen Kalixtus-Katakomben erhielten und heute das Ziel vieler Rom- Touristen sind. Von Zephyrinus bis Eusebills, der im Jahr 309 starb, fanden hier alle Päpste ihre letzte Ruhestätte. Als Papst Zephyrinus 217 starb, wurde der ehemalige Sklave Kalixtus sein Nachfolger auf dem Stuhl Petri. Sofort bildete der konservative Teil Roms und des römischen Klerus eine Opposition. Ein Gegenpapst, der erste in der Geschichte überhaupt, wurde gewählt: Hippolyt. Das erste Schisma der Kirchengeschichte war entstanden. Hippolyt bekämpfte Kalixtus I. bald mit allen ihm möglichen Mitteln. Er bezichtigte den rechtmäßigen Papst eines unlauteren Vorlebens, ja sogar der Unzucht. Als Kalixtus die Eheschließung zwischen hochgestellten Frauen und Sklaven akzeptierte, begann Hippolyt eine neue Hetzkampagne. Kalixtus aber ließ sich, so betrübt er über das Schisma auch war, dadurch nicht in seiner Schaffenskraft und in seinem Elan beeinträchtigen.

Er war es übrigens auch, der die Kirchenmalerei und die drei Sabbate als Fastentage einführte. Kalixtus ging als einer der bemerkenswertesten, aktivsten und lebensbejahendsten Päpste der Frühzeit in die Geschichte ein. Papst Kalixtus I. starb im Jahr 222 und wurde am 14. Oktober bei-
gesetzt. Dieser Tag wurde deshalb auch als Gedenktag gewählt. Etwa 100 Jahre nach seinem Tod wurde Kalixtus als Märtyrer verehrt; die Überlieferungen über ein mögliches Martyrium sind allerdings legendarisch. Danach soll Kalixtus, mit einem Stein um den Hals, aus einem Kerkerfen-
ster in einen Brunnen gestürzt worden sein; warum, ist nicht bekannt.

Elagabal (* 204 wahrscheinlich in Rom; † 11. März 222 in Rom), lateinisch Elagabalus, griechisch Heliogabalos, war vom 16. Mai 218 bis zu seiner Ermordung römischer Kaiser. Ursprünglich trug er den Namen Varius Avitus Bassianus, als Kaiser nannte er sich Marcus Aurelius Antoninus, um wie sein Vorgänger Caracalla an die Antonine anzuknüpfen. Den Namen Elagabal hat er nicht getragen (erst Aurelius Victor nennt ihn so); dieser bezeichnet vielmehr den von ihm verehrten Gott. Für die antike und die neuzeitliche Nachwelt wurde der Name Elagabal zum Symbol für Lasterhaftigkeit und Dekadenz der römischen Kaiserzeit sowie verhängnisvolle orientalische Kultureinflüsse; die moderne Forschung hat sich aber von solchen klischeehaften Vorstellungen befreit und zeichnet ein differenziertes Bild.

Ein schwerer Konflikt zwischen konservativem Römertum und der syrischen religiösen Tradition, die der jugendliche Kaiser verkörperte, überschattete seine Regierungszeit. Elagabal scheiterte katastrophal an seinem Mangel an Kompromissbereitschaft und Verständnis für die mit der Kai-
serwürde verbundenen Aufgaben; dennoch konnte die herrschende Dynastie sich über seinen Tod hinaus an der Macht halten. Da Elagabal militärischer Rückhalt fehlte, war er ohne Chance. Meuternde Soldaten, die von seiner Tante Julia Mamaea gesteuert wurden, ermordeten ihn und seine Mutter am 11. März 222. Der Leichnam des Kaisers wurde in den Tiber geworfen, und der Senat beschloss die damnatio memoriae. Alexander wurde sofort als Kaiser anerkannt. So konnte Julia Maesa vorerst über ihren anderen Enkel den Fortbestand der syrischen, nur dem Namen nach severischen Dynastie sichern. Alexander wurde sofort als Kaiser anerkannt.

Die Gestalt Elagabals hat seit dem späten 19. Jahrhundert zahlreiche Schriftsteller, Maler und Musiker inspiriert. Besonders in Kreisen, wo das Dekadenzbewusstsein die Grundstimmung prägte, faszinierte dieser Stoff. Von dem britischen Maler Lawrence Alma-Tadema stammt das 1888 entstandene berühmte Ölgemälde The Roses of Heliogabalus; es illustriert die Erzählung der Historia Augusta, dass bei einem Bankett Elagabals einige der Gäste unter der Unmenge duftender Blütenblätter erstickt seien, die der Kaiser von der Decke auf sie hinabfallen ließ.
Die Gestalt Elagabals hat seit dem späten 19. Jahrhundert zahlreiche Schriftsteller, Maler und Musiker inspiriert. Besonders in Kreisen, wo das Dekadenzbewusstsein die Grundstimmung prägte, faszinierte dieser Stoff. Von dem britischen Maler Lawrence Alma-Tadema stammt das 1888 entstandene berühmte Ölgemälde The Roses of Heliogabalus; es illustriert die Erzählung der Historia Augusta, dass bei einem Bankett Elagabals einige der Gäste unter der Unmenge duftender Blütenblätter erstickt seien, die der Kaiser von der Decke auf sie hinabfallen ließ.
Severus Alexander
Severus Alexander (* 1. Oktober 208 in Arca Caesarea, Arqa im heutigen Libanon; † wohl 19. März 235 wahr-
scheinlich in Mainz-Bretzenheim) war von 222 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. In älterer Literatur wird er oft Alexander Severus genannt. Sein ursprünglicher Name war Gessius Alexianus Bassianus. Als Caesar nannte er sich ab Juni 221 Marcus Aurelius Alexander, als Kaiser Marcus Aurelius Severus Alexander. Die Hauptschwäche der Regierung Alexanders bzw. Mama-
eas war das Fehlen einer eigenen Machtbasis, woraus sich eine Abhängigkeit vom Wohlwollen der Prätorianer ergab. Das Ausmaß des aus dieser Schwäche resultie-
renden Autoritätsverfalls trat schon 223 in der Präto-
rianerkrise dramatisch zutage. Mamaea hatte 222 dem bedeutenden Juristen Ulpian das Oberkommando über die Prätorianer anvertraut. Aus geringfügigem Anlass entwickelten sich dreitägige Straßenkämpfe zwischen den Prätorianern und der Bevölkerung. Ulpian konnte einen Machtkampf mit seinen Untergebenen, den Prä-
torianerpräfekten Julius Flavianus und Geminius Chre-
stus, für sich entscheiden; die beiden Präfekten wurden hingerichtet. Als aber im folgenden Jahr die Prätorianer erneut meuterten, musste Ulpian in den Kaiserpalast flüchten. Dort konnte ihn Mamaea nicht schützen; in ihrer und Alexanders Anwesenheit wurde er von den Prätorianern ermordet. Ihrem einzigen Sohn Severus Alexander verhalf sie mit Geschick und diplomatischem Gespür zur Nachfolge des ermordeten Elagabalus. Alexander war der letzte Kaiser aus der Dynastie der Severer, die mit ihm ausstarb.
Papst Urban I.     Papst Urban I.
222 - 230
    Auftreten Manis,
des Begründers des Manichäismus
in Persien.
  Papst Urban I.
Von Urban berichten sowohl der Geschichtsschreiber Eusebius als auch der Liberianische Kata-
log, daß er sein Amt acht bzw. knapp neun Jahre innehatte. Wahrscheinlich war er Römer und Sohn eines gewissen Pontianus. Sein Pontifikat fiel ganz in die Regierungszeit des Kaisers Ale-
xander Severus und war somit frei von Verfolgungen. Unter seiner Amtszeit dauerte das Schisma des Hippolyt fort. Über sein Pontifikat ist sonst nichts weiteres bekannt.
Mani verstand sich selbst als Nachfolger der großen Religionsstifter.
Hinweis zum Manichäismus:
Mani war Religionsbegründer des Manichäismus. Er sah die Beschränkungen dieser Religionen, die nur in einzelnen Sprachen und für einzelne Völker Verbindlichkeit besaßen, und deren An-
gehörige oft unter sich um die Lehre stritten. Daher bemühte er sich, die Schriften seiner Religion noch zu seinen Lebzeiten auf-
schreiben zu lassen, die Lehre eindeutig zu formulieren, um Schismen zu vermeiden, und sie weltweit zu verbreiten. Bis zu seiner Hinrichtung missionierte er im Perserreich, doch seine Anhänger brachten den Manichäismus nach Westen ins Römi-
sche Reich, nach Osten bis in das Kaiserreich China. Mani verstand sich selbst als Nachfolger der großen Religionsstifter: Jesu, Zarathustras und Siddhartha Gautamas (Buddhas). Entsprechend stellt der Manichäismus eine synkretistische Lehre dar, die sowohl zoroastrische, christliche als auch buddhistische Elemente enthält. Auch die geistige Strömung des Gnostizismus hatte Ein-
fluss auf Manis Religion. Das führte dazu, dass der Manichäismus im Mittelmeerraum als "Kirche des heiligen Geistes" auftrat und der Prophet Mani als der von Christus verheißene Paraklet galt, in anderen Teilen der Welt der Religionsstifter als Wiedergeburt des Laozi oder als neuer Buddha gesehen wurde.
Kein Bild vorhanden     Papst Pontian
21.11.235 - 3.1.236
    Ermordung Severus Alexanders.
Maximinus Thrax neuer Kaiser.
Beginn neuer Christenverfolgungen.
  Kein Bild vorhanden
In eine solch ähnlichen Mine erlitt Pontius an Erschöpfung den Tod.
Während seines Pontifikats kam das Schisma des Hippolytus zu seinem Ende. Pontianus und andere Kirchenführer, darunter auch Gegenbischof Hippolytus, wurden von Kaiser Maximinus Thrax nach Sardinien ins Exil geschickt und dort in ein Bergwerk eingesperrt. Aufgrund dieser Strafe trat Pontian am 28. Sep-
tember 235 zurück. Das Datum seines Rücktritts ist das früheste exakt nachweisbare Datum der Papstgeschichte. Noch im selben Jahr verstarb Pontianus aufgrund der unmenschlichen Behand-
lung, die er in den Minen von Sardinien erfuhr. Seine Überreste wurden von Bischof Fabianus nach Rom überführt und in der Calixtus-Katakombe begraben. Pontianus wird gemeinhin als erster Märtyrerpapst und als Hei-
liger verehrt.
Nach dem Tod des Maximinus (238) wurde Alexander nicht nur rehabilitiert, sondern sogar im Rahmen des Kaiserkults zum Gott erhoben.
Kaiser Thrax
Gaius Iulius Verus Maximinus Thrax oder Maximinus I. (* 172 oder 173 bzw. bis zu zehn Jahre später in Thrakien; † April 238 in Aquileia) war römischer Kaiser von 235 bis 238. Er gilt traditionell als der erste so genannte Soldatenkaiser.

Maximinus spielte offenbar eine führende Rolle beim Perserfeldzug des Severus Alexander und wurde nach Ausweis einiger Quellen im Jahr 233 Statthalter der Provinz Mesopotamien – eine ausnehmend fragwürdige Angabe. Beim von Severus vorbereite-
ten Krieg in Germanien leitete er dann mit Sicherheit als praefectus tironibus die Ausbildung der neu ausgehobenen Truppen, wobei er sich Ansehen unter den Soldaten erwarb. Im März 235 wurde er von den unzufriedenen Rheinlegionen bei Mainz zum Kaiser ausgerufen, anschließend wurde Severus Alexander ermordet. Maximinus war zwar mittlerweile ein römischer Ritter, ge-
hörte aber höchstwahrscheinlich nicht dem Senat an, was ihn in den Augen vieler Senatoren wohl als unwürdigen Kandidaten für die Kaiserwürde erscheinen ließ. Allerdings wurde er, als in Rom die Nachricht von seiner Kaisererhebung eintraf, sogleich in Abwesenheit in zwei wichtige Priesterkollegien aufgenommen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit konnte er angeblich zwei Ver-
schwörungen aufdecken; es ist aber umstritten, ob seine Beziehungen zum Senat von Anfang an zerrüttet waren.

Gaius Iulius Verus Maximinus Thrax oder Maximinus I. führte erfolgreich Krieg in Germanien und erhielt nach dem Sieg gegen die Alemannen – vielleicht im Gebiet des heutigen Württemberg – dafür den Ehrentitel Germanicus Maximus.
Er führte erfolgreich Krieg in Germanien und erhielt nach dem Sieg gegen die Alamannen – viel-
leicht im Gebiet des heutigen Württemberg – dafür den Ehrentitel Germanicus Maximus; Details dieser Feldzüge sind aber nicht bekannt. Rückschläge scheinen die römischen Truppen hingegen im Osten erlitten zu haben, wo die neupersischen Sassaniden während der Herrschaft des Kai-
sers einige bedeutende Städte in Nordmesopotamien einnehmen konnten. Wohl 236 ernannte Maximinus seinen Sohn Maximus zum Caesar, also zum Mitkaiser und präsumptiven Nachfolger, und machte damit deutlich, dass er eine neue Dynastie begründen wollte.
Papst Anterus    Papst Anterus. 21.11.235 - 3.1.236   Papst Anterus.
Der heilige Anterus (auch Anteros, * ? in Griechenland; † 3. Januar 236 in Rom) war der Bischof von Rom und als solcher der Nachfolger von Pontianus, der zusammen mit dem Gegenpapst Hip-
polytus auf Befehl des Kaisers Maximinus Thrax nach Sardinien deportiert wurde. Anterus wurde nach siebentägiger Sedisvakanz am 21. November 235 gewählt. Über Ereignisse während seines kurzen Pontifikats, das nur einige Wochen währte, ist nichts gesichertes überliefert. Er gilt als der erste historisch gesicherte Amtsinhaber. Laut dem um 530 entstandenen Liber Pontificalis soll er Märtyrerakten gesammelt haben, wofür er mit dem Tod bestraft worden sei. Der Tod als Märtyrer, der auch zur Heiligsprechung führte, ist historisch nicht belegbar.
Papst Fabian   Papst Fabian 10.1.236 - 20.1.250
    Gordianus I. und Gordianus II. Kaiser.
Selbstmord Gordianus' I., Ermordung Gordianus' II.
Pupienus und Balbinus Kaiser.
Ermordung des Maximinus Thrax.
Ermordung Gordianus III.
Philippus Arabs neuer Kaiser.
Feier des tausendjährigen Bestehens von Rom.
Decius neuerKaiser.
Tod des Philippus Arabs
Die von Maximinus Thrax begonnene Christenverfolgung
wird zur ersten staatlich durchorganisierten Verfolgung.
  Papst Fabian
In Glaubensfragen stand er mit Origenes, dem größten Theologen der Zeit, in Verbindung. Nach der Überlieferung teilte er Rom in sieben Diakonatsbezirke mit sieben Diakonen und sechsund-
vierzig Presbytern ein: die früheste Form des späteren Kardinalskollegiums und der Titelkirchen. Unter Decius erlitt er den Märtyrertod.
TribunKaiser Gordianus_III.PrätorianerKaiser PupienusPrätorianerKaiser DeciusTribun
Erneute Christenverfolgung durch Kaiser Decius.
Gordian I. (* um 159; † 238) war für 20 Tage – nach einer Quelle von 19. März bis 9. April 238 – mit seinem Sohn Gordian II. als Mitregenten römischer Kaiser. Gordian war bereits 80 Jahre alt, als er gegen seinen Willen vom Senat nach einem Aufstand der Großgrundbesitzer in Nordafrika zum Kaiser ausgerufen wurde, da letztere ihre Enteignung durch Kaiser Maximinus – aufgrund seiner thrakischen Herkunft auch Maximinus Thrax genannt – fürchteten. Gleichzeitig wurde Maximinus Thrax zum Staatsfeind erklärt, der als Soldatenkaiser das Römische Reich von Sirmium nahe dem heutigen Belgrad aus regierte und dem Senat jegliches Mitspracherecht verweigert hatte.
Gordian war bereits 80 Jahre alt, als er gegen seinen Willen vom Senat nach einem Aufstand der Großgrundbesitzer in Nordafrika zum Kaiser ausgerufen wurde.
Capellianus, der Statthalter von Numidien (Mauretanien), verhielt sich Maximinus Thrax gegen-
über jedoch loyal und besiegte Gordian II., der keinerlei militärische Erfahrung besaß, mit Leich-
tigkeit. Als Gordian I. vom Tod seines Sohnes erfuhr, beging er noch am selben Tag Selbstmord. Daraufhin wurden Balbinus und Pupienus vom Senat als gleichrangige Kaiser eingesetzt und Gordians erst 13-jähriger Enkel zum Mitregenten und deklarierten Nachfolger ernannt.

Decimus Caelius Calvinus Balbinus († 29. Juli 238 in Rom) war im Sechskaiserjahr vom 22. April 238 bis zu seinem Tod einer von zwei römischen Kaisern. Er wurde mit Pupienus vom römischen Senat zu Kaisern gewählt, nachdem es ihren Vorgängern Gordian I. und Gordian II. nicht gelun-
gen war, den ehemaligen Kaiser Maximinus Thrax zu besiegen. Marcus Clodius Pupienus Maximus (* um 167; † Juli 238 in Rom) war vom April 238 bis zu seinem Tod einer von zwei gleichzeitig regierenden römischen Kaisern. Die kurze Regierungszeit der beiden Kaiser war geprägt von gegenseitigem Misstrauen und dem Misstrauen des römischen Volkes ihnen gegenüber, was sich aus der Zeit des Pupienus als hart durchgreifender Stadtpräfekt begründete. Nach ihrer Ernennung mussten die beiden das Kapitol, geschützt von einer schnell improvisierten Leibwache, verlassen, um sich vor dem Volkszorn zu schützen.

Pupienus, der in seinem hohen Alter als ständig mürrisch und schlecht gelaunt beschrieben wird, übernahm im Folgenden die Leitung des Kampfs gegen die Aufständischen, während Balbinus die Staatsgeschäfte organisierte. Doch noch bevor Pupienus überhaupt die dazu nötigen Truppen ausheben konnte, erreichte ihn die Nachricht, dass Maximinus Thrax von den eigenen Soldaten ermordet worden sei. Daraufhin eilte er sofort nach Ravenna, den Ort des Geschehens, und beendete den Bürgerkrieg, indem er einfach die Armeen beider Seiten auflöste und die Soldaten nach Hause schickte.

Im folgenden Triumphzug durch die Hauptstadt wurde Pupienus frenetisch empfangen.
Im folgenden Triumphzug durch die Hauptstadt wurde Pupienus frenetisch empfangen. Diese Ovationen waren dann auch der Anlass zum Bruch zwischen den beiden Kaisern. Doch zunächst ließen sie sich nichts anmerken und regierten in scheinbarem Einverständnis weiter. Pupienus plante vielleicht sogar einen Perserfeldzug, während Balbinus gegen die Germanen ziehen sollte. Allerdings wurde ihm zum Verhängnis, dass er seit seiner Zeit als Statthalter in Germanien sich stets einen Trupp von Germanen als Leibwache hielt. Dies verärgerte die Prätorianer, die sich ins Abseits gedrängt fühlten. Während eines lautstarken Streits zwischen den beiden Kaisern drangen die Gardisten in den kaiserlichen Palast ein und brachten die beiden grausam um. Nach einer nur 99 Tage dauernden Regentschaft der beiden senatorischen Kaiser hatte sich gezeigt, dass der Senat sich im Kampf um die Macht im Reich nicht mehr gegen das Militär behaupten konnte. Nach dem Tod der beiden ging die Macht auf Gordian III. über, der kurz nach dem Tode seines Onkels und Großvaters von den Kaisern adoptiert worden war.

Marcus Iulius Philippus (* um 204 in Shahba; † 249 bei Verona), auch bekannt als Philippus Arabs, Philipp der Araber oder als Philippus I., war von 244 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Philippus wurde in der Stadt Shahba, die später von ihm als Philippopolis neu gegründet wurde, in der Trachonitis geboren. Sein Vater war Iulius Marinus, der möglicherweise ein Nomadenführer gewesen war. Trotz seiner einfachen Herkunft stieg er in der römischen Berufsarmee schnell auf und brachte es zum Prätorianerpräfekten unter Gordian III. Nach dessen Tod, an dem er nicht ganz unschuldig gewesen sein soll ließ er sich 244 zum Kaiser ausrufen. Er gilt als der erste römische Kaiser, der aus Arabien kam. Viele Forscher sind sich darüber einig, dass Philippus arabischer Abstammung ist und die römische Bürgerschaft durch sein Vater verliehen bekam.

       Feier des tausendjährigen
              Bestehens von Rom  
  
Auch wenn er traditionell zu den Soldatenkaisern gezählt wird, stand Philippus doch klar in der Tradition der Severer und konnte dem Reich durchaus eine gewisse Stabilität geben: Von einer allgemeinen Reichskrise kann zumindest für seine Zeit noch nicht gesprochen werden. Im Jahr 248 wurde unter seiner Herrschaft die Tausendjahrfeier der Stadt Rom begangen, da nach der Zeitrechnung Varros in diesem Jahr das elfte Jahrhundert begann.
Im Jahr 248 wurde unter seiner Herrschaft die Tausendjahrfeier der Stadt Rom begangen.
Tagelang dauerten die religiösen Feierlichkeiten, die mit aufwändigsten Gladiatorenkämpfen, Wagenrennen und Tierkämpfen einhergingen. Um das Großereignis auch gebührend feiern zu können, erhielt die Bevölkerung Roms vom Kaiser großzügige Geldgeschenke. Die Römer wähn-
ten sich bereits zu Beginn eines neuen Zeitalter des Friedens, mit einer von Philippus begrün-
deten Dynastie an der Spitze.
Wagenrennen zu Tausendjahrfeier.
Gaius Messius Quintus Traianus Decius (* ca. 190 oder 200/201 in Budalia bei Sirmium im unteren Pannonien, heute Sremska Mitrovica; † 1. Hälfte Juni 251 bei Abrittus, heute Rasgrad, Dobrud-
scha) war römischer Kaiser von 249 bis 251, der erste in einer längeren Reihe fähiger Männer aus den illyrischen Provinzen. Allerdings war Decius im Gegensatz zu den meisten späteren "illyrischen Kaisern" bereits der Aufstieg in den Senat gelungen, er zählte also zur Reichsaristo-
kratie. Decius war militärisch lange erfolgreich und galt als ein fähiger Verwalter. Er erließ ein allgemeines Opfergebot, das vielleicht die Wiederherstellung der altrömischen Religion zum Ziel hatte, vielleicht aber auch nur als Loyalitätskundgebung für den neuen Kaiser nach dem Ende des blutigen Bürgerkrieges dienen sollte. Jeder Einwohner des Imperium Romanum musste vor einer Kommission erscheinen, um zu opfern.
Erneute Christenverfolgung.
Die Opferbescheinigung (libellus) diente als Ausweis; wer sie nicht vorweisen konnte, dem drohte Verhaftung oder andere Strafen (Folter, Vermögensentzug, Verbannung und Tod). Wer sich weigerte, dem Kaiser und den römischen Göttern zu opfern, konnte als Staatsfeind verhaf-
tet und beispielsweise zur Zwangsarbeit (z.B. Bergwerk, Galeere) verurteilt oder auch hinge-
richtet werden. Nur den Juden wurde aufgrund alter Privilegien erlaubt, stattdessen für Kaiser und Reich zu beten. Für die Christen war eine Opferung allerdings problematisch, da nicht mit ihrem Glauben vereinbar; dies änderte freilich nichts daran, dass etwa christliche Soldaten dem Kaiser treu ergeben sein konnten. Aber erst durch die demonstrative Weigerung einiger Christen, dürfte die römische Obrigkeit auf die problematische Haltung der Anhänger dieser Religion aufmerksam geworden sein. Es kam bald zu einer allgemeinen und teils sehr blutigen Christenverfolgung, der auch Origenes zum Opfer fiel.
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