Der 1868 geborene Nikolaus wurde von seinem Vater nur unzureichend auf die Rolle als künftiger Zar vorbereitet. Bei Hofe galt er als naiv. Sein Vater nannte ihn einen "Dummkopf". Doch die Einschätzung seines Umfeldes gilt aus heutiger Sicht zumindest teilweise als Fehlurteil.
Nikolaus sprach fließend französisch, englisch und deutsch. In St. Petersburg absolvierte er ein Jura-Studium und genoss eine profunde geschichtliche und militärische Ausbildung durch ranghohe Minister und Generäle seines Vaters. Kurz nach dem Tod seines Vaters heira-tete er am 26. November 1894 Alice von Hessen (nach ihrer Konversion zum orthodoxen Glauben Alexandra Fjodorowna), die Tochter des Groß-herzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein. Sie übte einen starken Einfluss auf ihn aus und bestärkte Nikolaus in dessen Glauben an seine Alleinherrschaft.
* Olga (* 3. November 1895),
* Tatjana (* 29. Mai 1897),
* Maria (* 14. Juni 1899),
* Anastasia (* 18. Juni 1901)
* Alexej (* 12. August 1904), Zarjewitsch.
Seine Frau Alexandra und er ignorierten die Probleme, die über Russ-land hereinbrachen. Er bekämpfte die Modernisierung seines Reiches und hielt an den überkommenen halbfeudalen Verhältnissen fest, statt das Land auf den Weg der Entwicklung zu führen. Seine Regierung glitt von einer Krise zur nächsten: von Arbeiter- und Bauernauf-ständen während der Revolution von 1905 über den Krieg mit Japan bis hin zum Ersten Weltkrieg.
Für die russisch-orthodoxe Auslandskirche gilt Nikolaus II. wegen seines Märtyrertods als Heiliger. Im August 2000 wurde Nikolaus II. auch von der Russisch-Orthodoxen Kirche heilig gesprochen. Ikonen mit seiner Darstellung sowie mit der Darstellung seiner getöteten Familie hängen seitdem in jeder russisch-orthodoxen Kirche, sowohl in Russland als auch im Ausland.