MGB präsentiert in mühevoller Kleinarbeit:  
Der lange Weg von Petrus zum Papst
(Eingebunden in die europäische Geschichte)  
Übrigens: Die Bezeichnung Papst wurde erstmals 384 verwendet.
An Petrus gewandt sprach Jesus: Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben.
Der heilige Petrus   Petrus um 64?-67?   Der heilige Petrus
Petrus erlitt den Märtyretod indem er mit dem Kopf nach unten ans Kreuz genagelt wurde.
Die Institution des Papsttums als einer Statthalterschaft Christi auf Erden wird auf Worte zurückgeführt, die der Verfasser des Matthäus-Evangeliums im 16. Kapitel, Verse achtzehn und neunzehn, überliefert: "Du bist Petrus und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben." Unabhängig von der Authentizität der Worte in dieser Form und von der Tatsache, dass Jesus, nach der Überlieferung von Matthäus, Kapitel 18, Vers achtzehn, allen Aposteln die gleiche Vollmacht erteilt hat, ist das Jesus-
wort für einen Katholiken Glaubenssatz. Das Papsttum hat sich aus diesem Wort entwik-
kelt, hat seine Machtposition aus ihm selber aufgebaut und ausgebaut. Petrus war erster Bischof von Antiochia und kann als erster Vorsteher der römischen Christengemeinde auch als erster Bischof von Rom gelten. Doch von einer Papstwürde kann erst etwa vom dritten Dezennium des 4. Jahrhunderts ge-
sprochen werden. An verschiedenen Stellen der Evangelien tritt Petrus als Wortführer der Apostel, doch stets nur als primus inter pa-
res auf. Zwischen 64 und 67 hat er in Rom den Märtyrertod erlitten. Das im Verlaufe der Ausgrabungen seit 1940 unter der Peterskirche gefundene Grab kann gesichert als Grab des Apostels gelten, und die darin gefundenen Gebeine sind mit größter Wahrscheinlichkeit die seinen. Von den beiden Petrusbriefen im neuen Testament ist der zweite unecht, der erste nicht restlos als echt erwiesen.
Kaiser Nero     Beginn des Brandes in Rom.
    Erste Christenverfolgung.
Beginn des jüdischen Aufstandes gegen die Römer.
Kaiser Nero
Bild links oben: Die erste Christenverfolgung beginntNero lässt Rom in Flammen aufgehenDer jüdische Aufstand gegen die Römer
Bild links oben: Die erste organisierte Verhaftung von Christen unternahm Kaiser Nero im Jahre 64, der wohl besonders darum als garstiger Herrscher in die Geschichte einging. Allerdings beschränkte er seine Maßnahmen auf die von Petrus und Paulus in Rom begrün-
dete Gemeinde der Stadt Rom. Den Christen wurde vorgeworfen, den Brand Roms verur-
sacht zu haben. Dieser Vorwurf traf auch Nero selbst, doch bleiben Annahmen in diese wie jene Richtung unbewiesen. Nero jedenfalls dürfte erleichtert gewesen sein, einen Sünden-
bock zu haben. Solcherlei Vorgehen ist ja auch der Gegenwart nicht völlig fremd.
Bild mitte oben: 19. Juli im Jahr 64 nach Christus - eine klare Vollmondnacht. Nero feiert in Antium. Als der Kaiser des römischen Imperiums von der Katastrophe erfährt, eilt er sofort nach Rom. Er muss mit ansehen, wie seine Stadt in Flammen steht. In neun Tagen zerstört die höllische Feuersbrunst seinen Palast und fast die ganze Stadt.
Bild recht oben: Der große Jüdische Krieg gegen die Römer begann im Jahr 66 n. Chr. in Judäa, ausgelöst durch staatliche und religiöse Unterdrückung, und endete im Jahr 70 mit der Zerstörung des Tempels (bzw. im Jahr 74 mit dem Fall von Masada). Es war der erste der drei großen jüdischen Aufstände gegen die Römer im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. – der zweite war der Diasporaufstand um 116, der dritte der Bar-Kochba-Aufstand von 132-135 –, die schließlich zur Zerstörung der letzten Reste eines größeren geschlossenen jüdischen Siedlungsgebiets in der römischen Provinz Judäa führten und die Diaspora-Situation des Judentums bis ins 20. Jahrhundert begründeten.
Papst Linus     Papst Linus: Etwa 67 ? - 76 ?
    Märtyrertod des Paulus in Rom.
Selbstmord Neros.
Galba Kaiser.
Erdmordung Galbas, Otho Kaiser.
Selbsmord Othos.
Vitellius Kaiser.
Ermordung Vitellius.
Vespasian Kaiser.
Beendigung des jüdischen Krieges
Zerstörung Jerusalems und des Tempels.
Papst Linus
Linus (* in der Toskana; † 79 in Rom (?)) war wahrscheinlich von 67 (?) bis 79 (?)) Bischof von Rom und somit möglicherweise Nachfolger des Petrus. In frühchristlichen Listen wird Linus als Erster Papst genannt, erst ab dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert setzte sich die Auffassung durch, Petrus als Ersten Papst der Kirche zu nennen, und Linus somit zu seinem Nachfolger und zum zweiten Papst der Kirche zu manifestieren.

*Linus war nach der Überlieferung der erste Nachfolger von Petrus als Bischof von Rom und damit auf dem Papststuhl. Seine Regierungszeit wird unterschiedlich angegeben. Einmal heißt es, es seien die Jahre von 64 bis 79 gewesen, dann wieder die von 56 bis 67. Nach dieser zweiten Überlieferung erlitt Linus am 23. September 67 das Martyrium. Beigesetzt wurde er im Petersdom neben dem heiligen Petrus. Er gehört zu den Kanon-Heiligen und wird direkt nach den Aposteln erwähnt. Sein Namenstag ist der 23. September.

Enthauptung des Paulus in Rom. (Allerdings nicht bewiesen).
Die römischen Kaiser während des Ponifikats von Papst Linus.

Kaiser NeroKaiser GalbaKaiser OthoKaiser VitelliusKaiser VespasianZerstoerung Jerusalems
Papst Anacletus   Papst Anacletus:
    "Der Erlesene"
76 ? - 88 ?.
Tod Vespasians.
Titus neuer Kaiser.
Tod des Titus.
Domitian neuer Kaiser.
  Papst Anacletus
Anaklet (auch Anenkletus, Anakletus, Anacletus, Cletus, Anencletus) (* Rom; † 13. Juni 88 (?) in Rom) war dritter Bischof von Rom, wahrscheinlich auch mit Papst Kletus identisch. Anaklet war unter Sklaven ein sehr verbreiteter Name, wodurch man zumindest etwas über seine soziale Stellung vor seinem Pontifikat als Papst sagen kann. Laut anderen Katalogen war Anaklet zwölf Jahre Bischof von Rom (etwa 77 bis 88, laut anderen Quellen schon seit 76) und starb als Märtyrer am 13. Juli 88. Dies ist jedoch eine Legende; selbst der Mythos, wonach er 25 Presbyter nach Rom kommen ließ, die über dem Grab Petri ein Denkmal er-
richten ließen, ist längst durch wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt. Von Anaklet rührt die noch heute gültige Bestimmung her, dass Bischöfe von drei anderen Bischöfen die Wei-
hen erhalten sollen, Priester hingegen von ihren eigenen Bischöfen.
Kaiser VespasianKolosseum in RomKaiser TitusKaiser Domitian

Bild links: Unter Kaiser Vespasian wurde das Kolosseum gebaut, jedoch nicht fertiggestellt. Bild mitte: Das Kolosseum. Bild neben Kolosseum: Kaiser Titus. Er vollendete den Bau des Kolosseums. Bild rechts aussen: Nachfolger von Kaiser Titus wurde Kaiser Domitian.

Der römische Kaiserpalast.

Kaiser Vespasian und Kaiser Titus residierten im gleichen Palast.

Vespasianus, als Kaiser Caesar Vespasianus Augustus; * 17. November 9 in Falacrina; † 23. Juni 79 in Aquae Cutiliae) war vom 1. Juli 69 bis 23. Juni 79 römischer Kaiser. Er konnte den Bürgerkrieg und die Auseinandersetzungen um das Kaiseramt im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. letztlich für sich entscheiden und wurde der erste römische Kaiser aus der flavischen Dyna-
stie. Während seiner zehnjährigen Herrschaft gelang es ihm, das Reich sowohl politisch als auch finanziell zu stabilisieren, wobei er sich auch durch seinen Charakter positiv von Vor-
gängern wie Caligula oder Nero abhob. Mit Vespasian bestieg ein Mann den Thron, der we-
gen seiner toleranten und weltoffenen Art eine Ausnahmeerscheinung in dieser Position darstellt. Er galt und gilt als einer der bedeutendsten Kaiser und wird in diesem Zusammen-
hang mit Augustus und Trajan in eine Reihe gestellt.
Römischer KämpferRömischer Kämpfer
Titus (* 30. Dezember 39 in Rom; † 13. September 81 in Aquae Cutiliae) war als Nachfolger seines Vaters Vespasian römischer Kaiser vom 24. Juni 79 bis zu seinem Tod. Sein voll-
ständiger Geburtsname war – wie bei seinem Vater – Titus Flavius Vespasianus; als Kaiser führte er den Namen Imperator Titus Caesar divi Vespasiani filius Vespasianus Augustus. Titus wurde am Hof des Kaisers Claudius gemeinsam mit dessen Sohn Britannicus erzogen. Im Jüdischen Krieg leitete er die Belagerung Jerusalems, als Caesar unterstützte er die Regierungsarbeit Vespasians. Während seiner Herrschaft brach im Jahr 79 der Vesuv aus. Titus leitete die Hilfsmaßnahmen nach dieser Katastrophe, ebenso im darauf folgenden Jahr nach einem Brand der Stadt Rom. Er vollendete das Kolosseum und wurde bereits von Zeitgenossen wegen seiner Milde (clementia) gerühmt.
Während Titus' Herrschaft  brach im Jahr 79 der Vesuv aus. Titus leitete die Hilfsmaßnahmen nach dieser Katastrophe.
Die Arena Kaiser Domitians.
Titus Flavius Domitianus (* 24. Oktober 51 in Rom; † 18. September 96 in Rom), im Deut-
schen meist kurz Domitian genannt, war römischer Kaiser von 81 bis 96. Domitian wurde am 24. Oktober 51 in Rom als zweiter Sohn von Kaiser Vespasian geboren. Als Nachfolger seines Bruders Titus war er der dritte und letzte Herrscher aus dem Geschlecht der Flavier. Seine vollständige Titulatur zum Zeitpunkt seines Todes lautete Imperator Caesar Domitianus Au-
gustus Germanicus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XVI, Imperator XXIII, Consul XVII, Pater patriae.
        Zu Papst Klemens I.